Mittwoch, 22. August 2007

Huaraz und die Cordilleras Blancas

Das Bergsteigerdoerfli Huaraz (3090m) empfing uns mit einem Rudel von Touroperator, Taexeler, Hostelbesitzer und sonstige "Stuermisieche", jedoch ergriffen diese wegen Sarah's Morgenmuffellaune ziemliech schnell die Flucht.... .....nur einer nicht und der fuehrte uns zu einem offenen Cafe, wo wir ihn in die Wueste (jetzt schon eine Nachtfahrt entfernt) schickten und uns ein gutes Fruehstuck genehmigten. Nach Hostalbezug und Mittagsschlaf fragten wir uns bei Touroperators durch. Wir wollten naemlich die wunderschoenen Berge aus der Naehe sehen. Schon beim Zweiten konnten wir leider dem guenstigen Angebot nicht wiederstehen und buchten den Santa-Cruz Trek fuer die folgenden vier Tage. Somit hiess es die naechsten zwei Stunden organisieren - Essen, Wasserentkeimungstabletten kaufen, Waesche waschen, umpacken, Chappe u Haendsche organisiere...! Schlussendlich fielen wir muede ins Bett um um 4 Uhr wieder aufgeweckt zu werden - der Hostalbesitzer hatte wohl ne schlechte Droge erwischt - er kaempfte geschlagene 1.5 Stunden gegen getupfte Aliens (oder noch was abartigeres) und schlug 2 Scheiben und das halbe Mobiliar des Hostals kaputt... und brachte uns natuerlich um unseren Schlaf!

Dennoch stapften wir um 6.30 wohlgemut dem Tourbuero zu, wo wir unsere Mitwanderer kennenlernten - eine Familie aus Oesterreich. Mit dem vollgestopften Camionetta fuehren wir zum Ausgangsdoerfli in den Bergen. Dort gabs erst mal eine ziemliche Auseinandersetzung mit unserem verkaterten bzw. immer noch alkoholisierten Guide und den ortsansaessigen Abzockern - schlussendlich zahlten wir knurrend die 5 Extrasoles (Eintritt war schon 65 Soles = ca.25.-) und wanderten mehr oder weniger zufrieden los. Vier Stunden durch kleine Doerfli, entlang von Fluesschen, gepflegten Gaertli, schwarzen Saeuli und "Taefeli"-bettelnden Kindern... Schon kurz vor dem ersten Camp konnten wir einen wunderschoenen Schneeberg bewundern.

Das Camp lag auf 3800m neben einem kleinen Fluesschen und nach Mate de Coca (Kokatee), Suppe und Huehnchen mit Reis fielen wir muede in unsere Schlafsaecke.





Der naechste Tag begruesste uns mit nebligem Wetter, dennoch war der anstrengende Aufstieg zum Pass (4720m) sehr eindruecklich. Oben wurden wir erst mal mit einem Schneeschauer begruesst, danach konnten wir jedoch die wundschoene Aussicht auf 2 tuerkisblaue Bergseen und die umliegenden Gletscher geniessen.

Das zweite Camp lag auf 4200m und verursachte bei Sarah etwas Atemlosigkeit und bei beiden leichte Kopfschmerzen. Trotz der Kaelte war das Aufstehen, mit Aussicht auf den Gletscher, die Spitze des Alpamayo und das Tal wunderschoen.

An diesem dritten Tag, konnten wir endlich den Alpamayo oder "der schoenste Berg der Welt" (wahrscheinlich von einem Matterhorn-Unkennenden so benannt) bestauenen. Fuer uns hatte es noch mindestens 5 genausowunderschoene Gipfel mehr... aber naja! Der anschliessende Aufstieg zur tuerkisblauen Lagune mit Gletscher war buchstaeblich atemraubend! Doch unsere Muehe wurde belohnt - wohl einer der schoensten Orte auf dieser Welt!
Danach stolperten wir nur noch hinab - nach 10 Stunden wandern, erreichten wir endlich das letzte Camp und liessen uns nochmals von unserem Guide wunderbar bekochen.

Der letzte Tag war weniger anstrengend - diesmal nur 4 Stunden abwaerts gehen! Staubig aber gluecklich kamen wir im Enddoerfli an wo schon ein Minivan auf uns wartete. Nur waren die ortsansaessigen Taxifahrer mit dieser Tatsache gar nicht zufrieden - dass wir einen privaten Minivan benutzen werden. Das Gepaeck war schon auf dem Dach festgezurrt, als sie uns erklaerten, dass wir nicht mit diesem Van wegfahren koennten, sondern Ihre Taxis benutzen mussten. Sie stellten uns eins Ihrer Taxis mitten auf den Weg.

Kurzerhand setzte sich der Oesterreicher ins Taxi und liess es davonrollen. Die verdutzt dastehenden Taexeler konnten gar nicht reagieren, ehe wir sie nur noch durch die Rueckscheibe unseres fortfahrenden Minivans beobachten konnten. Ein paar Stunden spaeter erreichten wir Huaraz und suchten uns ein anderes Hospedaje, um uns von den Naechten auf den duennen Matten zu erholen.

Die folgenden Tage in Huaraz verbrachten wir vor allem im Internet und der Weiterreise organisieren. Denn wegen des Erdbebens mussten wir ein Teil unserer Reise (Islas Ballestas und Huachachina) auslassen, da die Staedte Pisco und Ica bekanntlichwerweise komplett zerstoert sind. Ausserdem mussten wir herausfinden, ob die einzige Verkehrsachse nach Sueden - die Panamericana - befahrbar ist....!

Fuer Donnerstag buchten wir (ganz bequem und billig) eine Tour zu den Ruinen von Chavin. Leider erwischten wir jedoch einen moechtegern Universitaetsprofessor der Aerchologie mit feuchter Aussprache als Guide.... ! Er hoerte sich gerne reden. Nicht, dass er soviel zu erzaehlen hatte, nein, er wiederholte jeden Satz zwei, drei oder halt auch fuenf mal, erwartete absolute Ruhe und erzaehlte mit geschlossenen Augen, damit er den Geist vom andern Planeten einfangen konnte...! Tja, erst amusant, aber nach der ersten halben Stunde sehr, sehr muehsam! Aah, aber wenigstens hatten wir was zum gucken, denn unsere Gruppe war auch nicht ohne und haette wahrscheinlich einen Wettbewerb im "Stundenlang-uninteressantes-filmen" wie Ghuederchuebel und "1000 Fotos-mit-gleichen-personen-knipsen" gewonnen. Zu allem Unglueck hatten wir dann zu wenig Zeit bei den wirklich interessanten Gaengen in der Ruine drin.... schade! Aber wenigstens sahen wir eine wunderschoene Landschaft, Kohleminen und ein gemuetliches kleines Doerfli.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hey Cousineli!
Hesch das Gruebe-T-shirt äxtra für mi aagleit, gäu?!;-) Grüessli vo dim Cousineli