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Dienstag, 12. Februar 2008

Der Countdown läuft....

Zurück in Buenos Aires hiess es nochmals shoppen was das Zeug hält, nicht nur für Sarah! Nochmals liessen wir uns von den Shops der Avenida Santa Fe verleiten und kühlten uns von der Hitze des Tages in Shoppingcenters ab.
Doch viel Zeit dafür hatten wir nicht... eines Abends quartierten sich wiederum zwei Schweizer im gleichen Hotel ein - ja, ja Chrigu und Jüre waren zurück im Team! Wahrscheinlich wird uns der Portier - oder besser gesagt, die auferstandene Leiche - danken, wenn wir abreisen werden. Natürlich mussten wir schon am ersten Abend unsere Kenntnisse betreffend Nachtleben voll zur Geltung bringen. Der arme Portier-Mändu wurde aus dem 5-Uhr Tiefschlaf geweckt!

Am Sonntag stand natürlich der Antiquitätenmarkt im Barrio San Telmo inklusive Sightseeing in der Innenstadt auf dem Programm. Wir fuhren sogar mit einer uralten Metro à la Wildwesteisenbahn! Am Antiquitätenmarkt gibts eigentlich von Silberbesteck über Kleider, Federboas, alte Münzen bis zum Kleiderschrank alles zu kaufen. Ausserdem wird auf der Strasse Tango getanzt und im späteren Nachmittag treten verschiedene Strassenmusiker in den Gassen auf - ein fröhliches Gewühl! Doch wenn man die Hitze und den verpassten Schlaf dazuzählt, war eine kleine Siesta keine schlechte Idee! Später entbrannte beim ersten Bierli wiederum der Jasskampf und darauf verdrückten wir unserer absoluten Lieblingsbeiz ein riesiges Bife de Corizo.

Nun war der letzte Tag gekommen, die zwei Express-Reiser holten noch schnell das Pflichtprogramm betreffend Sightseeing auf und wir rannten nochmals Peschus Schuhen nach....! Der letzte Abend war gekommen, natürliche mit Riesen-Bifes, süffigem Malbec und spätem Zubettfallen - dabei hatten wir noch nicht mal Zeit zum packen gehabt. Egal, am nächsten Morgen war die Stimmung bei Sarah und Pesche sowiso gedrückt - nun war es soweit, wir mussten nach Hause!

Also packten wir zum letzten Mal unseren Rucksack und stiegen in ein Taxi zum Flughafen. Puuuuh mit knapper Not haben wir diese überlebt - der Taxifahrer verabschiedete uns mit einer echt haarsträubenden Fahrt nach argentinischer Manier.
Tja, dann gabs nicht mehr viel zu tun, einchecken - warten - warten - fliegen - warten (in Sao Paulo 7 stunden) - fliegen - warten in London und zum ersten mal wieder Berndeutsch hören in Zürich! Gut leider konnten wir den echt schweizerischen Füdlibürger von Grenzbeamten nicht mal überzeugen uns einen Stempel in den Pass zu knallen "Das darf ich nicht, der Pass ist Eigentum der Eidgenossenschaft, der gehört nicht euch!" - dies war unsere Begrüssung in Zürich nach 11 Monaten und 13 Ländern!!!!!!!

Wieder zurück in der geliebten Schweiz geniessen wir jetzt vorerst mal urchige Kost, Parties und die Gesellschaft mit Freunden und Familie, pünktliche Abfahrten, ein eigenes Bett und was der Alltag sonst noch so alles bringt. Na dann, bis zum nächsten Abstecher ins fernwärts.....

Samstag, 19. Januar 2008

BA und die Faelle

In Buenos Aires traf uns vorerst fast der Schlag - der Hitzeschlag! So hohe Temperaturen mit einem guten Sprutz Smog kombiniert, waren wir uns nicht mehr gewohnt. Die Hotelreservierung hatte nicht hingehauen und so wanderten wir durch den Stadtteil Palermo und fanden schlussendlich ein tiefpreisiges Superhotel. Natuerlich reinigten wir uns erst mal von der 25h-Reise und legten uns dann hin, um nicht gerade wieder ins Schwitzen zu kommen. Zum Glueck prasselte am Abend ein Gewitter nieder und kuehlte die Atmosphaere fuer die naechsten paar Tage ab.

Und so waren wir auch gewillt, waehrend der Tageshitze in den folgenden Tagen durch die Strassen zu ziehen und uns vor allem in (klimatisierten) Laeden aufzuhalten, waehrend wir unsere Garderobe zu erneuern versuchten. Buenos Aires hat viel Schoenes zu bieten, wie die haufenweise vorhandenen Strassencafes, Paerke, Designerlaeden, riesige Malls, Restaurants mit ich-mag-nicht-mehr-aber-ess-trotzdem-weiter Essen, Hundeausfuehrer die 15 Hunde aufsmal ausfuehren, eine schnelle U-Bahn, schoene alte Haeuser etc.
Ausserdem haben die verschiendenen Stadtteile ihr eigenes Flair und eigene Sehenswuerdigkeiten. So spazierten wir dem Hafenbecken entlang, bummelten auf der Fussgaenger- und Shoppingmeile Florida in Downtown, besuchten den Antiquitaetenmarkt und bewunderten Tangoshows in San Telmo und genossen das Essen (mehrheitlich saftiges Bife de Chorizo) und Bier in Palermo. Keine Zeit fuer Langeweile!

Schon bald stand die letzte Reise auf dem Programm: wir schliefen ueber Nacht im komfortablen Cama-Bus nach Puerto Iguazu. Erst am naechsten Nachmittag trafen wir im Hotel ein und wollten uns eigentlich gemuetlich an den Pool setzen und noch ein bisschen braunwerden. Doch die Belegschaft hatte andere Plaene und schlussendlich wurden wir in ein Auto verfrachtet und nach Brasilien gebracht. Nein, kein Kitnapping, wir haben sogar dafuer bezahlt! Wir traten in den Naturpark auf der brasilianischen Seite ein und liessen uns in die Naehe der Wasserfaelle von Iguazu bringen. Von dort aus machten wir einen Spaziergang durch den dampfenden Dschungel und - whoau..... unbeschreiblich eindruecklich was sich da vor unseren Augen zeigte. So schoen es in unserem Fuehrer beschrieben ist, so wahr ist es: "Wer an der Theorie zweifelt, dass negative, von Wasserfaellen erzeugte Ionen die Stimmung heben, muss nach einem Besuch von Iguazu seine Meinung gruendlich ueberdenken."

Wir waren wohl nicht die ersten oder letzten, die vom Anblick ueberwaeltigt waren!!!!!

Von der brasilianischen Seite hat man zwar den fast gaenzlichen Ueberblick ueber die Faelle, doch auf der argentinischen Seite kann man naeher heran und die Fusswege sind laenger. Also waren wir am naechsten Tag auf der anderen Seite des Flusses und naeherten uns dort den Faellen. Nach jeder Wegbiegung zeigt sich wieder ein anderer Fall, eine noch schoenere Ansicht.... ein noch besseres Foto muss gemacht werden. Als fast erstes spazierten wir zum Bootssteg runder, wurden mit Drybag und Schwimmweste ausgeruestet und stiegen in ein Motorboot. Schon bald wurde der Motorenlaerm vom tosenden Wasser uebertoent, als wir uns den Faellen naeherten und schlussendlich ganz im Wasserstaub verschwanden. Natuerlich blieb kein Fleckchen Haut trocken - was fuer ein Gaudi. Cool!

Wir wanderten den ganzen Tag durch den Park und starrten die Faelle an, waehrend wir uns ueber die unzaehligen Touristengruppen aufregten. Gegen Abend stiegen wir dann noch in den Zug und schlotterten bis ans Ende der Linie. Von dort aus ging es ueber einen 1km langen Steg bis oben an den groessten Wasserfall, der Gargante del Diablo. Innert Sekunden waren wir wieder pflotschnass und konnten unseren zugekniffenen Augen kaum trauen - da entfaltet sich wirklich ein wahrhaftiges Naturpektakel. Rundherum tosendes Wasser und der im Dampf ersichtliche Regenbogen, nachdem der Fluss gemuetlich ueber die Ebene geflossen ist.

Weil es so spektakulaer war, kaempften wir am naechsten Morgen gleich nochmals durch die Touristenmassen zu diesem "Teufelsschlund" und liessen uns erneut bezaubern, bevor wir uns in den schoen klimatisierten Bus zurueck nach Buenos Aires setzten.

Freitag, 18. Januar 2008

Blaue Seen, Bier und Staub

Nun denn, natuerlich wollten wir die zwei Cicos am Busterminal abholen - leider kam der Bus mit 2.5 Stunden Verspaetung an, zum Glueck hatten wir ja dies mit der Zeitumstellung bis dann nicht mitgekriegt - sonst waerens 3.5 Stunden gewesen.

Natuerlich kamen wir an diesem Abend nicht frueh und nuechtern in die Heja... somit bestiegen (mit dem Baehnli natuerlich!) Chrigu und Juerg zur Ausnuechterung am naechsten Morgen den Cerro Otto und wir organisierten Znacht und unsere Busbillette nach Buenos Aires!
Juppiih, endlich konnten wir den gemieteten Clio in Empfang nehmen und losduesen in Richtung San Martin de los Andes! Leider freuten sich die Stossdaempfer des armen Clio weniger ueber die holperigen Naturstrassen auf dem zweiten Teil der Fahrt! Doch die Landschaft war grandios, klare Fluesse, kuriose Gesteinsformationen, blaue Seen und ab und zu den verschneiten Spitz eines Andenberges. Beim Pick-nick kuehlten wir uns sogar im eiskalten Wasser eines Bergsees ab....!

Endlich in San Martin de los Andes angekommen wurde uns erst mal klargemacht, dass wegen Hochsaison alle billigen Unterkuenfte ausgebucht seien....! Ok, ein bisschen ausserhalb klappte es dann sogar mit einem Cabaña. Natuerlich mussten wir das Angebot vom Besitzer gleich annehmen und riesige Fleischstuecke (oder waren es ganze Rinder?) auf der vorhandenen Glut des Grilles werfen... mmmmh Fleisch, gegrillte Zuchetti und Peperoni, Peschus selbstgemachten Kartoffelstock und feinen Rotwein - wow! Am Tag darauf fuhren wir die beruehmte "Siete Lagos"-Strecke (sieben Seen) ab - leider auch wieder Holperstrasse, aber genausoschoen wie am Vortag! Wir schafften's sogar bis nach Bariloche zurueck - wo wir nach einem feuchtfroehlichen Jassabend todmuede in die Betten fielen!


Nun mussten wir doch noch das viel empfohlene Ex-Hippie Doerfli "El Bolson" sehen - 125km hin und 125km zurueck! Die Aussicht von der Strasse aus lies uns fast nach jeder Kurve aufs neue staunen - aber "El Bolson" praesentierte sich eher als heruntergekommenes Dorf mit einer Tankstelle, 2 Supermaerkten, viel Staub und alten Autos! Darum kehrten wir nach erfolgreicher Pluenderung der Baeckerei auch wieder nach Bariloche zurueck - mit Pik-Nik-Halt an einem wunderschoenen See. Der letzte Abend liessen wir mit einem feinen Essen, viel Bier und diversen Jasskaempfen ausklingen.


Denn am naechsten morgen hiess es Abschied nehmen. Wir reisten weiter nach Buenos Aires und Chrigu und Juerg nach El Chalten....

Samstag, 12. Januar 2008

Die Feiertage in der eigenen Wohnung

Wir freuten uns so richtig auf Bariloche, denn da gibt es nicht nur schoene Landschaft und warmes Wetter, sondern eine auf-uns-wartende Ferienwohnung. Aaah, mal wieder mehr als 2-Naechte im selben Bett schlafen!! Das Bungalow hatten wir mit einem etwas muehsahmen hin-und-her organisiert und wollten jetzt frohen Mutes einziehen. Doch auf der Webseite stand halt nicht, dass es vom See unten - wo wir aus dem Bus stiegen - bis zur Wohnung mehr als zwei Kilometer steil und staubig bergauf ging. Und so war unsere gute Laune auch dahin, als wir verschwitzt und dreckig mit unseren je 20kg bei der Wohnung ankamen.

Doch ne Dusche und die praktisch eingerichtete Wohnung brachte alles wieder ins Lot! Wir konnten endliche die hammermaessige Aussicht auf den See und die Andenkette geniessen und uns im nahen Supermarkt mit dem Noetigsten eindecken. Denn eines war klar, wir mussten uns endlich mal wieder richtig in der Kueche ausleben. Ja, wir haben sogar Gratins, Obstwaehen und Zuepfe gebacken!!!! Kein Wunder, konnten wir uns die ersten paar Tage kaum zu Ausfluegen ueberwinden und verbrachten die Tage in Ruhe mit sonnenbaden, spielen, kochen und lesen.
Natuerlich stand dann bald Weihnachten an. Ohne Tannenbaum, ohne Geschenke, ohne Lieder. Andere koennen sich das kaum vorstellen, aber so schlecht ist das auch wieder nicht! Auf das gute Menue verzichteten wir aber trotzdem nicht und kochten uns ein Festessen, natuerlich begleitet von einer feinen Flasche argentinischem Rotwein.
Irgendwann wurden dann aber die im Buch noch ungelesenen Seiten immer weniger und so schnallten wir die Wanderschuhe um und kraxelten auf den Cerro Otto rauf, den Berg, an dessen Fusse sich unsere Wohnung befand. Bis wir uns aufmachten war es schon fast Mittag. Und wie die Latein-Amerikaner generell so sind, machen sie die Wege nicht zick-zack-foermig hinauf, sondern es geht mit der groesstmoeglichsten Steigung geradeaus den Berg hinauf. Kein Wunder hatten wir oben keine Geduld mehr fuer die muehsamen und riesigen Stechfliegen - Tod den Viechern! Wir genossen kurz die Aussicht und wanderten gleich weiter bis zum Piedra de Habsburgo, einem grossen Felsen, der die Sicht auf das ganze Tal freigab. Zurueck auf dem hoechsten Punkt der Wanderung verstanken wir das mit Lackschuh-Touristen gefuellte Drehrestaurant und genossen ein Eis. Hinunter ging's dann der Gondelibahn entlang (was, gibt's auch noch? ja, aber diesem argentinischen Eigenbau trauten wir nicht!), noch steiler als vorher hinab, halb rutschend auf einem staubigen Buschpfad. Hei, kamen wir unten dreckig an!
Eine zweite Wanderung durch den Llao-Llao Park war weniger abenteuerlich, aber nicht weniger schoen. Wir spazierten durch Tunnel aus Bambusholz, kletterten auf Felsen und ueberschauten die Seen, ruhten uns in Wiesen voller Margheriten aus und schauten den Voegeln zu.

Den absoluten Hammer boten wir allerdings wohl am Silvester - alles schoen und gut! Der Champagner war kuehlgestellt, das Festessen schon verzehrt und mangels Festivitaeten im Doerfli machten wirs uns vor dem Fernseher bequem fuer die letzte Stunde 2007! Hatten wir gedacht... um 11 Uhr wurde ploetzlich geknallt (trotz Feurerwerkverbot) und wir schoben dies wieder mal auf die Argentinos-Locos. Um 12 Uhr knallten wir diesmal brav den Champagnerkorken ins nahe Waeldchen und wunderten uns, wiso alles soooo ruhig war - Tja warum? Die Argentinier stellten genau am 30. Dezember die Uhren auf Sommerzeit um..... wunderbare Idee! Somit waren wir halt eine Stunde zu spaet am "Cueplen".
Tja, das wars schon mit unseren Aktivitaeten ueber die Festtage! Doch nun mussten wir unsere Weiterreise und Ankunft von Chrigu Jegge und Juerg Adamek vorbereiten - in diesem Fall ein Auto mieten! Nicht lachen, dies war ein gar nicht so einfaches Unterfangen - denn von 15 Autovermietungen hatte keine einzige ein freies Charrli. Wir schafftens trotzdem, obschon wir uns nicht vorstellen konnten wie man 4 grosse Rucksaecke, Food und 4 Personen in einen Renault Clio zwaengen kann....!!?

Montag, 17. Dezember 2007

Berge, Staub und Gletscher

Mal schnell zurueck nach El Calafate fahren, haben wir uns gedacht und dann den 13.00 Uhr Bus nach El Chalten nehmen! Unglaublich wie schnell man sich wieder an die Puenktlichkeit der Transporte gewoehnt! Jedenfalls gab's ein Kilometer vor El Calafate einen Stopp an der Polizeistation - eine Papierkontrolle, die dauerte und dauerte - ja genau 5 minuten vor 13.00 kamen wir in El Calafate an. Aber man soll ja die Hoffnung nie aufgeben, Peschu sprintet mit der Bankkarte los, um noch Bares zu bekommen und Sarah erklaerte dem Busfahrer vom El Chalten-Bus unser Dilemma! Der war ueberraschend flexibel, verstaute unser Gepaeck und lud uns spaeter an der Hauptstrasse vor der Bank ein...! Wunderbar - der Fahrpreis war zudem auch noch billiger, da der kleine Spitzbube von Chauffeur die Pesos wohl in seine Tasche steckte anstatt brav abzuliefern! Auf jeden Fall erreichten wir El Chalten nach 5 Stunden Holperpiste wohlbehalten und ausgeschlafen.

Nur das Wetter wollte nicht mitspielen - auch am naechsten Tag nicht, als wir durch den anhaltenden Regen watschelten und uns der kalte Wind um die Ohren pfiff! Da wir trotz des schlechten Wetters frueh losgezogen waren sahen wir viele Tiere, darunter einen Fuchs, viele Hasen und Rothaubenspechte! Zum Glueck belohnte uns die Sonne mit einigen Strahlen, als wir an der Laguna Torre ankamen!Somit konnten wir den Gletscher und die Lagune in Ihrer vollen Schoenheit bewundern und halbwegs trocken den Rueckweg in Angriff nehmen.


Nach einer unruhigen Nacht, da sich wohl leider die Haelfte der Israeligruppe von 26 Personen in der kleinen Kueche angrenzend an unser Zimmer angesiedelt hatte, zogen wir trotzdem am folgenden Tag wieder frueh los. Bei strahlend schoenem Wetter nahmen wir die 3 Stunden zum Aussichtspunkt unter die Fuesse und schon nach einer Stunde wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht auf den Fitz Roy belohnt! Unglaublich schoen - Berge, Gletscher, Seen, Fluesse, Baeume und Busch-Landschaft...!


Endlich konnten wir unsere Spezialfreunde aus dem Morgenland verlassen und holperten ueber die legendaere Ruta 40 nach Los Antiguos. Pampa, Pampa Pampa... aber zum Glueck konnten wir jetzt den verpassten Schlaf aufholen und in der uebrigen Zeit die Farbnuancen der Grasbueschel und Steine studieren. Nebst Guanakoherden, Rindern, Schafen, Pferden und einigen Straussen konnte Pesche sogar ein Guerteltier sichten. Nach 11 Stunden Fahrt erreichten wir das wunderschoen gelegene Los Antiguos wo wir uns ein schoenes Zimmer leisteten.

Montag, 10. Dezember 2007

Ab in den Sueden - es geht nicht mehr weiter

Eine stuendige Shuttle-Fahrt brachte uns zum Flughafen in Trelew. Um uns die 32-stuendige Busfahrt zu ersparen, hatten wir einen Flug gebucht. Doch Areolineas Argentinas kostet nicht nur dreimal soviel fuer Auslaender, nein, die Kerlis haben uns auch noch die zwei schlechtesten Sitze (gleich neben der Service-Kabine) des Flugzeugs gegeben. Sapperlot!

Wir landeten in Ushuaia und nach einer Taxifahrt ins Zentrum suchten wir ein Zimmerchen. Ohne Reservation dort unten anzukommen ist nicht empfohlen, alles war ausgebucht. Doch ein vorbeifahrender Typ bot uns sein Appartement an - wir sollen doch mal vorbeischauen. Wir handelten den Preis runter und stiegen ins Auto, das uns zum neuen Zuhause brachte. Und was fuer eines.... Riesenkueche, grosses Bad, Fernseher und Internet und auf dem zweiten Stock ein gemuetliches Schlafzimmer (mit zwei Betten zuviel). Hammermaessig.
Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass wir lieber im gemuetlichen Heim blieben als draussen an der Kaelte. Dazu kam, dass es Pesche mit Fieber ins Bett legte. Wir gingen die Tage gemuetlich an und machten ein paar Spaziergaenge und besuchten das lokale Museum mit unglaublich vielen Artefakten und Texten, welche sich in einem umgebauten Gefaengnis befanden. Natuerlich gehoerte ein Ausflug zum nahen Gletscher auch dazu, wo wir uns mit dem Sesselilift in die Hoehe transportieren liessen und dann z.T. durch knietiefen Schnee zu nem Aussichtspunkt wanderten, der den Blick ueber die suedlichste Stadt der Welt und den anliegenden Beagle-Kanal freigab. Die Wanderung entlang des Baechleins hinunter in die Stadt war dann noch das Tuepfelchen auf dem i - wunderschoen.
Leider mussten wir aufs Wochenende dann doch noch die Unterkunft wechseln, da unsere Wohnung schon vermietet war. Im neuen Hostal holte sich Pesche ein arger Hautausschlag. Trotz mit roten Tupfen uebersaehter Haut wagten wir uns in den Nationalpark. Der Bus brachte uns bis fast ans Ende der Strasse - der Kerli liess uns noch zu frueh aus dem Gefaehrt. Also wanderten wir die letzte halbe Stunde durch uebersumpften Wald, bis wir am "Ende der Welt" landeten, wo auch etliche andere Touristen (frisch ausgestiegen aus dem komfortablen Reisebus) sich an die Kaelte wagten. Wir bewunderten den Kanal und mussten natuerlich das lange ersehnte Foto schiessen. "Von Mexiko suedwaerts, bis es nicht mehr weiter geht." - Wir waren am Ziel unserer Reise. Das Ende ist aber noch lange nicht in Sicht....

Der Kueste entlang wanderten wir dann ueber eine Pfad, welcher zum Teil durch Matsch fuehrte der nur mithilfe heikler Balanceakten ueber liegende Aeste uberwindet werden konnten. Nach jeder Biegung zeigte sich wieder eine neue, wunderschoene Aussicht auf den Kanal mit den vielen, zum Teil schneebedeckten Inseln. Wir lunchten an einer schoenen Stelle und - als uns der Wind dann doch noch wegfegen wollte - erreichten nach 14 km das Gehuett der Post. Ein kleines Haeuschen, wo man fuer nen Batzen seinen Pass stempeln lassen konnte. Die 3 Pesos (ca. 1 Stutz) lohnten sich, der sehr ernste Kerli da drin verklebte und -stempelte eine ganze Seite inkl. Smily! Schlussendlich waren wir aber froh, als uns der Bus auflud und zurueck nach Usuaia brachte. Halt, so einfach geht's trotzdem nicht. Der erste Bus fing nen Platten ein und beim Ersatzbus konnten wir auch gerade die Luft aus dem Pneu weichen sehen, als dieser ankam. Also musste der dritte Bus her..... und dann funktionierte es trotzdem noch.

Wir entschieden uns, die Magellan-Strasse schon wieder "nur" aus der Luft zu sehen und buchten einen LADE Flug. Das ist jetzt aber eine andere Geschichte... Die ehemalige Militaergesellschaft besitzt nur alte Flugzeuge, und so hoben wir in einer schlotterigen, zweirotorigen 42-Plaetzekiste ab, und wenn die Tuere offen stand, konnte man im Cockpit sogar noch die mechanischen Schaelterchen sehen. Hier wird noch richtig geflogen!
Leider waren die Plaetze bis nach El Calafate ausgebucht, und so stiegen wir in Rio Gallegos um in einen Bus und absolvierten die letzte Strecke durch die Pampa mit einem Bus.

Angekommen in El Calafate schleppte uns ein zerzauster Typ in sein Hostal - eine Bretterbude. Und speziell reizend, dass die ganze Nacht hindurch gefeiert wurde (mehrheitlich vom Inhaber) und wir so um unseren Schlaf kamen. Dennoch freuten wir uns auf das Ausfaehrtchen.... es ging in einem Minibus zum Perito Moreno Gletscher. Als dieser zum ersten Mal vor unseren Augen auftauchte, kamen wir kaum aus dem Staunen heraus. Diese riesige Eismenge ist einfach ueberwaeltigend und man muss es selber gesehen haben. Wir wurden auf einen Katamaran geschleust und frierten uns die Hinterteile ab, waehrend uns das Schiff bis auf ein paar hundert Meter an die bis zu 60m hohe Gletscherwand brachte. Whoau. Zum Glueck fiel zu diesem Zeitpunkt nicht gerade ein grosser Brocken runter. Obschon.... so schlecht waere das wohl auch nicht gewesen. Als einer der einzigen wachsenden Gletscher (1,6m/tag) broeckelt hier naehmlich immer was. Dies konnten wir aber erst spaeter sehen, als wir uns wieder auf dem Festland befanden und stundenlang die Eismassen begafften - ganz alleine neben tausend anderen Besuchern.

Am naechsten Tag brauchten wir Ruhe und blieben in El Calafate, denn Pesche war immer noch angeschlagen. Das vom Doktor verschriebene Anti-Allergikum half auch nichts. Kein Wunder... beim Internettlen fanden wir auch den wirklichen Grund fuer das Unwohlsein - Pesche hatte die Roeteln (Kinderkrankeit mit fast dreissig?? gibt's!).
Wir waren aber dennoch froh, das schaebige Hostel hinter uns zu lassen und uns in einen Bus zu setzen. Wieder einmal ging es ueber die Grenze - nach Chile.

Quer durch Patagonien

Die Fahrt durch die Seelandschaften und ueber schneebedeckte Paesse war eine der schoensten bislang... vor allem dann auch auf der argentinischen Seite im Lake-district. Der Bus lud uns in Bariloche ab, von wo aus wir gleich weiter wollten. Doch waren alle Busse besetzt, so dass wir unsere Weiterreise auf den naechsten Abend verschieben mussten. Gar nicht so schlecht, wie sich spaeter herausstellte. Wir suchten uns im Zentrum von Bariloche ein Hostal und informierten uns dann, was es da so alles zu machen gibt.
Und so weckten wir am naechsten Tag wieder frueh
und holperten in einem lokalen Bus dem See entlang und schlussendlich ueber einen Huegel bis nach Colonia Suiza. Nee, nee, so patriotisch sind wir nicht, dass diese schweizerische Niederlassung unser Ziel war. Wir wanderten der Strasse entlang und landeten bei einem Haeuschen, wo wir Instruktionen kriegten und dann ein Faehrtchen in den Wald machten. Mit Gstaeutli und Handschuhen ausgeruestet wurden wir an ein Seil gehaengt und dann ging's los, Schwerkraft => Adrenalin. Canopy, was wir in Costa Rica verpasst hatten, konnten wir jetzt noch nachholen.
Anschliessend wanderten wir den halben Weg nach Bariloche zurueck und liessen uns dort mit nem Seilbaehnli auf nen Berg transportieren, von wo aus wir die ganze Seelandschaft ueberblicken konnten.

Dann schafften wir es doch noch in den Bus - AC ausgefallen und 40 Grad im Innern, zum davonfliessen - und doesten durch die Pampa bis zum Atlantik, nach Puerto Madryn. Wir waren schon drauf und dran, ne Tour zu buchen, als ein Franzose sich an der Hostal-Reception fuer Mietautos interessierte. Wir schlossen uns sofort an und so waren wir am naechsten Tag in ner gemieteten Krutze unterwegs und fuhren mit David gegen Sueden. Nur Pampa.... hunderte von Kilometern. In Trelew versorgten wir uns mit Esswaren, dann wieder: Pampa. Schlussendlich erreichten wir dennoch Punta Tomba, der Ort der groessten Pinguin-Kolonie ausserhalb der Antarktis. Stundenlang spazierten wir durch die Nester der Tausenden von Pinguinen. Es war gerade Brutsaison, und so konnten wir den Paaren beim Brueten der Eier und fuettern der frisch Ausgeschluepften zusehen. Ab und zu watschelte wieder einer davon, um sich ins Meer zu stuerzen und mehr Futter zu bringen. Wir konnten uns erst losreissen, als uns Kaelte und Wind schon fast alle Glieder eingefrohren hatten.

Dann war doch noch ne Tour angesagt. Im gefuellten Touribus fuhren wir am naechsten Tag auf die Halbinsel Valdes und machten dort etlic
he Stops, um Guanakos, Maras (so ne Mischung aus Hund und Hase, ganz kooomisch), Seeelephanten, Pinguine, Nandus (oder eben die lokale Straussorte), etc. zu studieren und fotografieren. Aber der eigentliche Hoehepunkt kam am Schluss, als wir uns mit etlichen anderen Kamerabewaffneten in ein Boot zwaengten und in die Bucht fuhren. Nach ner Viertelstunde warten war es dann soweit - der erste Ruecken eines riesigen Buckelwales zeigte sich. Whoau... und dann sahen wir noch etliche mehr, die beruehmte Schwanzflossenfoto wurde gemacht, und einer zeigte sich mit seinem Jungen aus kurzer Distanz. Eindruecklich!!!!

Donnerstag, 15. November 2007

Auf nach Argentinien

Und wie es weiter ging... mit einer Familie mit 3 Kindern und Hund auf den Nachbarsitzen fuhren wir die naechsten 20 Stunden durch die Anden...und dachten mit Wehmut an die ruhigen aber stinkenden bolivianischen Muetis zurueck! Endlich konnten wir aussteigen - nur leider am falschen Ort, wie wir zu spaet merkten. Wir waren in Jujuy gelandet.... hi hi! Dennoch schafften wir's am naechsten Tag nach Salta und quartierten uns in einem faegigen Hostal ein - Party bis spaet nachts inklusive! Dementsprechend machten wir nicht viel in Salta, Kaffee trinken an der Plaza, shoppen in der Fussgaengerzone, mit der Gondelbahn (Schweizer Qualitaet) auf den Haushuegel fahren und Aussicht bewundern und endlich mal die stinkigen Kleider waschen!

Dann ging's weiter nach Cafayate - dank der Schweizerin Irene, die wir auf dem Bus kennenlernen, fanden wir ein wunderschoenes Hostal! Beim Barbecue am ersten Abend lernen wir auch gleich super Leute kennen und die naechsten Tage wurden trotz nichtstun wegen der Hitze supergemuetlich und natuerlich Weinselig - denn in Cafayate wird einer der fuer unseren Geschmack, besten Weissweine gekeltert - der Torrontes! Ein Tag verbrachten wir mit Walther, dem Besitzer des Hostals, in der Quebrada de Cafayate - ein Tal mit unglaublich farbigen und imposanten Felsformationen!

Nach Cafayate begann unsere Pechstraene in den verschlafenen argentinischen Doerfern - in Amaicha del Valle wolletn wir eigentlich eine vielfach empfohlene Tour zu den Ruinas de Quilmes machen, aber der lokale Tourorganisator war auf unbestimmte Zeit nach Tucuman gefahren... super! Wir entschieden uns dann fuer das lokale Museum, was ein Gluecktreffer war. Das von einem Kuenstler gestaltete Areal lieferte unglaublich interessante Informationen und das in einem kuenstlerisch gestalteten Areal.

Nach einmal uebernachten im einzigen anstaendigen Hostal, im einzigen Restaurant des Ortes essen, den einzigen Taxifahrer kennenlernen und die redseligsten Einwohner beim Namen nennen koennen, gaben wir auf und fuhren nach Tafi del Valle! Wunderbar - zu unserer Begruessung startete ein Gewitter mit Regen, der auch am naechsten Morgen noch anhielt! Darum fuhren wir auch gleich weiter nach Tucuman und von dort aus nach La Rioja. Da wollten wir eine Tour in die Nationalparks organisieren. Wir schafften es diesmal, einen Guide aufzutreiben - aber der Preis von 200 Dollar pro Person fuer einen Tag war uns doch dann ein bisschen zu hoch... Schade! Sofort organisierten wir Bustickets nach Mendoza und erwachten dort ausgeschlafen im Bus.

Auf Anhieb gefiel uns Mendoza mit der gemuetlichen Fussgaengerzone, der schoenen Innenstadt mit vielen Laeden, die zum Kleider ersetzen einluden - und natuerlich den umliegenden Bodegas (Weingueter). An einem Tag mieteten wir Velos und strampelten von Bodega zu Bodega zum degustieren... ! Ausserdem organisierten wir den ultimativen Outdoor-Tag, das heisst am Morgen schwangen wir uns aufs Pferd (fuer uns beide das erste Mal) und nachmittags ging's ins Boot zum River-Raften! Einfach schade, dass wir die Kamera wegen des Raftens nicht mitnehmen konnten - die Fotos waeren zum krummlachen - Peschu auf dem Pferd einen Cowboy nachahmend und ich mit gelben Gummistiefeln und Bikini im Raft....!
Von Mendoza ging es dann wieder gegen Osten zu, einmal mehr ueber die Anden, um auf der anderen Seite nach Chile zu kommen.