Montag, 10. Dezember 2007

Ab in den Sueden - es geht nicht mehr weiter

Eine stuendige Shuttle-Fahrt brachte uns zum Flughafen in Trelew. Um uns die 32-stuendige Busfahrt zu ersparen, hatten wir einen Flug gebucht. Doch Areolineas Argentinas kostet nicht nur dreimal soviel fuer Auslaender, nein, die Kerlis haben uns auch noch die zwei schlechtesten Sitze (gleich neben der Service-Kabine) des Flugzeugs gegeben. Sapperlot!

Wir landeten in Ushuaia und nach einer Taxifahrt ins Zentrum suchten wir ein Zimmerchen. Ohne Reservation dort unten anzukommen ist nicht empfohlen, alles war ausgebucht. Doch ein vorbeifahrender Typ bot uns sein Appartement an - wir sollen doch mal vorbeischauen. Wir handelten den Preis runter und stiegen ins Auto, das uns zum neuen Zuhause brachte. Und was fuer eines.... Riesenkueche, grosses Bad, Fernseher und Internet und auf dem zweiten Stock ein gemuetliches Schlafzimmer (mit zwei Betten zuviel). Hammermaessig.
Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass wir lieber im gemuetlichen Heim blieben als draussen an der Kaelte. Dazu kam, dass es Pesche mit Fieber ins Bett legte. Wir gingen die Tage gemuetlich an und machten ein paar Spaziergaenge und besuchten das lokale Museum mit unglaublich vielen Artefakten und Texten, welche sich in einem umgebauten Gefaengnis befanden. Natuerlich gehoerte ein Ausflug zum nahen Gletscher auch dazu, wo wir uns mit dem Sesselilift in die Hoehe transportieren liessen und dann z.T. durch knietiefen Schnee zu nem Aussichtspunkt wanderten, der den Blick ueber die suedlichste Stadt der Welt und den anliegenden Beagle-Kanal freigab. Die Wanderung entlang des Baechleins hinunter in die Stadt war dann noch das Tuepfelchen auf dem i - wunderschoen.
Leider mussten wir aufs Wochenende dann doch noch die Unterkunft wechseln, da unsere Wohnung schon vermietet war. Im neuen Hostal holte sich Pesche ein arger Hautausschlag. Trotz mit roten Tupfen uebersaehter Haut wagten wir uns in den Nationalpark. Der Bus brachte uns bis fast ans Ende der Strasse - der Kerli liess uns noch zu frueh aus dem Gefaehrt. Also wanderten wir die letzte halbe Stunde durch uebersumpften Wald, bis wir am "Ende der Welt" landeten, wo auch etliche andere Touristen (frisch ausgestiegen aus dem komfortablen Reisebus) sich an die Kaelte wagten. Wir bewunderten den Kanal und mussten natuerlich das lange ersehnte Foto schiessen. "Von Mexiko suedwaerts, bis es nicht mehr weiter geht." - Wir waren am Ziel unserer Reise. Das Ende ist aber noch lange nicht in Sicht....

Der Kueste entlang wanderten wir dann ueber eine Pfad, welcher zum Teil durch Matsch fuehrte der nur mithilfe heikler Balanceakten ueber liegende Aeste uberwindet werden konnten. Nach jeder Biegung zeigte sich wieder eine neue, wunderschoene Aussicht auf den Kanal mit den vielen, zum Teil schneebedeckten Inseln. Wir lunchten an einer schoenen Stelle und - als uns der Wind dann doch noch wegfegen wollte - erreichten nach 14 km das Gehuett der Post. Ein kleines Haeuschen, wo man fuer nen Batzen seinen Pass stempeln lassen konnte. Die 3 Pesos (ca. 1 Stutz) lohnten sich, der sehr ernste Kerli da drin verklebte und -stempelte eine ganze Seite inkl. Smily! Schlussendlich waren wir aber froh, als uns der Bus auflud und zurueck nach Usuaia brachte. Halt, so einfach geht's trotzdem nicht. Der erste Bus fing nen Platten ein und beim Ersatzbus konnten wir auch gerade die Luft aus dem Pneu weichen sehen, als dieser ankam. Also musste der dritte Bus her..... und dann funktionierte es trotzdem noch.

Wir entschieden uns, die Magellan-Strasse schon wieder "nur" aus der Luft zu sehen und buchten einen LADE Flug. Das ist jetzt aber eine andere Geschichte... Die ehemalige Militaergesellschaft besitzt nur alte Flugzeuge, und so hoben wir in einer schlotterigen, zweirotorigen 42-Plaetzekiste ab, und wenn die Tuere offen stand, konnte man im Cockpit sogar noch die mechanischen Schaelterchen sehen. Hier wird noch richtig geflogen!
Leider waren die Plaetze bis nach El Calafate ausgebucht, und so stiegen wir in Rio Gallegos um in einen Bus und absolvierten die letzte Strecke durch die Pampa mit einem Bus.

Angekommen in El Calafate schleppte uns ein zerzauster Typ in sein Hostal - eine Bretterbude. Und speziell reizend, dass die ganze Nacht hindurch gefeiert wurde (mehrheitlich vom Inhaber) und wir so um unseren Schlaf kamen. Dennoch freuten wir uns auf das Ausfaehrtchen.... es ging in einem Minibus zum Perito Moreno Gletscher. Als dieser zum ersten Mal vor unseren Augen auftauchte, kamen wir kaum aus dem Staunen heraus. Diese riesige Eismenge ist einfach ueberwaeltigend und man muss es selber gesehen haben. Wir wurden auf einen Katamaran geschleust und frierten uns die Hinterteile ab, waehrend uns das Schiff bis auf ein paar hundert Meter an die bis zu 60m hohe Gletscherwand brachte. Whoau. Zum Glueck fiel zu diesem Zeitpunkt nicht gerade ein grosser Brocken runter. Obschon.... so schlecht waere das wohl auch nicht gewesen. Als einer der einzigen wachsenden Gletscher (1,6m/tag) broeckelt hier naehmlich immer was. Dies konnten wir aber erst spaeter sehen, als wir uns wieder auf dem Festland befanden und stundenlang die Eismassen begafften - ganz alleine neben tausend anderen Besuchern.

Am naechsten Tag brauchten wir Ruhe und blieben in El Calafate, denn Pesche war immer noch angeschlagen. Das vom Doktor verschriebene Anti-Allergikum half auch nichts. Kein Wunder... beim Internettlen fanden wir auch den wirklichen Grund fuer das Unwohlsein - Pesche hatte die Roeteln (Kinderkrankeit mit fast dreissig?? gibt's!).
Wir waren aber dennoch froh, das schaebige Hostel hinter uns zu lassen und uns in einen Bus zu setzen. Wieder einmal ging es ueber die Grenze - nach Chile.

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