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Donnerstag, 3. Januar 2008

Wilde Carretera Austral

Leider mussten wir uns schon am folgenden Morgen von unserem wunderschoenen Zimmer im milden Los Antiguos verabschieden. Mit einem Minibus und 2 Mitreisenden ueber 70 Jahre alt (die Mitreisenden, nicht der Minibus!) fuhren wir zur Grenze! Wenn der Maendu nicht seine hartgekochten Eier ueber die Grenze schmuggeln wollte, haetten wir wohl diesmal den Grenz-Rekord Chile nach Argentinien unter 1.5 Stunden gebrochen. In Chile Chicho kaempften wir um die letzten Faehren-Tickets, fuer das schon bald auslaufende Boot - aber tja, wahrscheinlich hatte der Kapitaen gepennt - wir stachen mit 1.5 Stunden Verspaetung in den See. Die Fahrt darueber konnten wir dank den erkaempften Deckplaetzen voll geniessen - Pesche schloss sogar noch Freundschaft mit einem Jungen-Orchester! Mit dem Bus ging's dann weiter nach Cohayque, durch eine eindrueckliche Berglandschaft. Nach dem Einquartieren bei einem Lockenwickler-Mueti mussten wir Bustickets fuer die Carretera Austral besorgen und liessen den Tag bei einem wohlverdienten Lomo ausklingen. Da der Bus erst ein Tag spaeter fuhr, standen am naechsten Tag die dreckigen Socken auf dem Programm!

Nun ging's los - oder eben auch nicht! Der Bus nach Chaiten kam eine Stunde zu spaet und war erst noch kein Minibus, sondern ein alter 42-plaetzer - auch gut, wir 6 Passagiere hatten auf jeden Fall kein Gerangel um Fensterplaetze! Durch hohe Berge mit ueberhaengenden Gletscher, entlang von wilden Fluessen, durch dichten Urwald, vorbei an einsamen Farmen und tiefblauen Seen mit Fischzuchten.... wow eine unbeschreiblich wilde und schoene Landschaft! Und dank der schlechten Kiesstrasse bestand nicht mal die Gefahr, einzuschlafen!! Nach 11 Stunden Fahrt erreichten wir Chaiten, wo wir uns im gemuetlichen Casa Hexagon einquartierten und vor Mitternacht gerade noch eine Pizza im Dorf ergattern konnten.

Mit den Faehrentickets nach Quellon (Insel-Chiloe) in der Hand und einem duzend Bananen (war das einzige, das man morgens um 8.30 in einem verschlafenen Doerfli auftreiben konnte) stapften wir am naechsten Morgen dem Anlegepier zu. Diesmal heulten die Motoren puenktlich auf und wir liessen uns die kalte, nieslige Seeluft um die Nasen wehen. Wir sahen sogar Magellan-Pinguine, Pelikane, Robben und natuerlich unzaehlige Seevoegel! In Quellon konnten wir endlich unsere knurrenden Maegen stopfen und uns mit dem Bus nach Castro chauffieren lassen! Wunderbar, natuerlich musste Sarah sofort die beruehmten farbigen Haeuser (Palafitos) bewundern und auf dem Kamerachip von Pesche, unserem Kirchenfan, durfte die Holzkirche ja sicher nicht fehlen. Diese war aber tatsaechlich eindruecklich, da wirklich die ganze Kirche aus Holz besteht...! Danach besuchten wir die strickenden Muetis auf dem Weihnachtsmarkt und liessen uns spaeter ein saftiges Steak servieren!


Schon wieder weiterreisen - und zwar durch eine blumenuebersaete Farmlandschaft nach Puerto Montt! Tja, Puerto Montt ist sehr gegensaetzlich: Trottoirs mit Beinbruchgefahr, farbige, lebendige und nicht ganz legale Strassenmaerkte, viele Alkis, die den Tag schnarchend auf dem Trottoir verbrachten und alte Rosthaufenbusse, aber natuerlich auch Luxushotels, riesige Malls und Kreuzfahrtschiffe. Nach zwei Tagen Internettlen, Curry-Paste suchen (fuer Bariloche) und herumschlenden, konnten wir uns endlich in den Bus nach Argentinien setzen ... !

Montag, 17. Dezember 2007

Torres del Paine

Wieder einmal mehr ueber die Grenze nach Chile. Und bekanntlich sind die Chilenen ja ziemlich streng mit ihren Kontrollen... was da bei den ueberalteten Luxustouristen alles gefunden wurde: Fruechte, Knochen, nen halben Baumstamm. Alles illegal. Aber die Beamten machten da kurzen Prozess und schmissen alles in ihren Brennofen.

In Puerto Natales hatten wir ein schoenes Hotelzimmer reserviert. Doch die schmissen uns am naechsten Morgen wieder raus, weil eine grosse Gruppe ankam. Zum Glueck, denn wir fanden ein gemuetlicheres und billigeres Hospedaje und quartierten uns dort ein. Die geplante Wanderung des "W"s durch den Nationalpark Torres del Paine verschoben wir Tag fuer Tag, da Peschus Genesung nur stockend vor sich ging und ausserdem das Wetter nicht mitspielte - Regen und stetiger Wind waren Tagesprogramm. Nach fuenf Tagen in Puerto Natales rafften wir uns dann doch noch auf und machten uns auf die Alternativ-Tour, mit nem kleinen Bus ueber die Landstrasse.

Natuerlich mussten wir den happigen Eintrittspreis gleichwohl abdruecken. Vom Haeuschen dort sollte man eigentlich die Torres-Spitzen sehen, doch die Sicht war mit Wolken verdeckt. Wir konzentrierten uns auf die haufenweise vorhandenen Guanakos, Kondore und Fuechse neben der Strasse waehrend wir von einem Fotopunkt zum anderen gefuehrt wurden. Auf der anderen Seite zeigten sich die Cuernos und wir machten einen kleinen Abstecher zu Fuss zu einem Wasserfall. Doch der richtige Ausflug war erst nach dem Lunch faellig - wir wanderten am Lago Grey entlang und auf die Halbinsel hinaus, wo sich ein Aussichtspunkt befindet. Von dort aus gab es ne super Aussicht auf den Greygletscher und wir beobachteten, wie die Eisberge den See hinuntertrieben. Das alles begleitet von einem sturmartigen Wind, der unsere Steh- und Gehachse um etwa 20º in die Schraeglage setzte! Wir waren froh, die W-Wanderung unter diesen Umstaenden und Peschus Zustand nicht auf uns genommen zu haben und dank diesem Ausflug trotzdem was vor die Linse gekriegt zu haben.

Von Puerto Natales geht es nur mit der Faehre weiter, und so kehrten wir um und setzten uns in einen Bus zurueck nach El Calafate in Argentinien.

Sonntag, 25. November 2007

... mal wieder in Chile!

Nach einer atemberaubenden Fahrt ueber die Anden gelangten wir wohlbehalten ins saftig gruene Chile. Unser erster Stopp sollte Valparaiso sein... oooh weh, schon aus den Busfenster konnten wir vermummte Menschen mit Muetze und Handschuhen sehen! Valparaiso: Regen bei 13º Celsius! Brrrr! Dennoch stapften wir nach erfolgreichem Hostalbezug durchs Unesco Weltkulturerbe. Die farbigen Haeuser beeindrucken wohl bei Sonnenschein mehr - die Schwaermereien im Lonely Planet uber einen gemutlichen kleinen Kuestenort mit farbigen Haeusern ist ziemlich uebertrieben. Valparaiso ist in Wahrheit der wichtigste Hafen von Chile und ist ziemlich gross - die farbigen Haeuser haetten eine Renovation und einen neuen Anstrich noetig und wer sich auf die Strasse wagt, muss die Augen immer auf den Boden richten - Achtung, alle 2m Hundekacke! Aber durch dies liessen wir uns nicht ermutigen und stapften trotz Nieselregen herum - um uns aufzuwaermen genehmigten wir uns schlussendlich auf der wohl schoensten Aussichtsterrasse der Stadt einen Kaffee - bei Nieselregen und leiser Beach-sound aus dem Lautsprecher! Tja, die verrueckten Schweizer eben!

Das Wetter kann sich zum Glueck bessern und so fuhren wir am naechsten Tag mit einem der 20 Ascensores (kleine Gurtenbaehnlis) zu einem Aussichtspunkt. Von da aus konnten wir super das Treiben im Hafen beobachten - leider war weit und breit kein Frachtschiff zu sehen, aber die Lastwagen fuhren trotzdem fleissig...!


Santiago de Chile ruft! Wir quartieren uns erst mal im gemuetlichen Ecohostal ein und versuchen dann, unsere Freunde zu erreichen - bei Lars und Dini (die zwei lieben Leutchen haben wir auf den Galapagos-Inseln kennengelernt) hatten wir Glueck. Sofort wird ein Brunch-Termin vereinbart! Doch erst wollten wir wieder mal einen Samstag-Ausgang geniessen - tja, leider landeten wir in den sogenannten Touristenmeile, wo es eher aussah wie beim Oktoberfest als nach gemuetlichen Bars und Discos. Dennoch fanden wir eine Bar mit Live-Musik und widmen uns ausgiebig dem Bier!


Darum guckten wir am naechsten Morgen auch noch nicht unbedingt ausgeschlafen aus der Waesche - aber nach einem feinen Sandwich und hausgemachtem Eis ging es schon besser. Wir tauschten alte Erinnerungen an Galapagos aus und liessen uns zur "Villa" der beiden einladen - wow, fuer uns war dieses kleine Haus mit Garten im besseren Quartier von Santiago nach dieser langen Zeit in Hostals der Traum! Und das Beste war, uns wurde sofort das Gaestezimmer angeboten - Merci nochmals Dini und Lars! Wir verbrachten eine supertolle, erholsame, lustige und gesellige Zeit mit unseren deutschen Freunden... mit viel chilenischen Wein und internationaler (selbstgekochter) Kueche. Natuerlich trafen wir uns auch mit den Chileninnen (Paula und ihren zwei Schwestern, Pia und Paz), Kolleginnen von Peschu. Sie entfuerten uns in eine der groessten Discos von Santiago, wo wir bis in die Morgenstunden tanzten, um dann um 6 Uhr Sandwich zu vertilgen und bei Pia zu uebernachten (bzw. uebertagen). Wir lernten viele chilenische Woerter (die meisten davon eher schlechter Sorte) und feierten die ganze Nacht...!

Sonst genossen wir vor allem unser Zuhause und ware
n mehrheitlich faul. Einen langen Tagesausflug nahmen wir aber trotzdem auf uns und reisten mit der Metro in das Valle de Maipu im Sueden von Santiago, um dort das drittgroesste Weingut der Welt - Concha y Toro - anzuschauen. Einmal mehr gab es eine Tour durch die Hallen, Weinkeller und Reben, wobei wir nebenbei immer wieder ein Glaeschen degustieren konnten.

Doch leider ging auch eine unvergessliche Zeit in Santiago mal zu Ende... denn langsam rueckt das Rueckflugdatum naeher und wir wollen noch sooo viel sehen! Wir stiegen in einen Nachtbus, welcher uns nach Osorno brachte. In den Morgenstunde wechselten wir dann in einen Bus Richtung Argentinien - einmal mehr ueber die Anden.

Donnerstag, 15. November 2007

Kurzer Stop in Chile

... und ploetzlich in der "Zivilisation"! Unser Zimmer ist sauber, die Betten haengen nicht durch, die Dusche spuckt schon beim aufdrehen des Hahns warmes Wasser, ... Wow! Und am Abend in San Pedro de Atacama gingen wir wieder mal so richtig fein essen, nach einer gefuellten Tomate zur Vorspeise, gab's Poulet an Dijon-Senf mit Rosmarin-Kartoffeln und zum Nachtisch ein Eis mit Papaya-Honig - mjammi! Doch leider gab's in San Pedro noch das Problem mit den Bussen nach Salta - alles ausgebucht bis in einer Woche und die Bankautomaten wollten auch kein Geld spucken (die Einheimischen erklaerten uns, dass die einmal in der Woche aufgefuellt werden und schon nach einer Stunde kein Geld mehr haben)! Deshalb mussten wir ins 1 Stunde entfernte Calama reisen, um da Bustickets und Geld zu besorgen! Gesagt getan, doch leider ging der naechste Bus nach Salta erst in zwei Tagen, und somit steckten wir fest, und das in einer nicht sehr attraktiven Kupferminenstadt. Tja, nachdem wir einen Tag gefaulenzt haben und einen Tag die vollen Gestelle und neuste Mode in der riesigen Schoppingmall bewundert hatten ging's dann doch weiter...!