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Montag, 28. Mai 2007

Suedlich gegen Costa Rica

Kaum hatten wir die Ueberfahrt auf das Festland geschafft, wehte wieder ein anderer Wind. Nichts mehr mit "tranquillo" - die Taexeler wollten uns schon in ihre Gefaehrte zerren, bevor wir ueberhaupt das Schiff verlassen hatten und die Busfahrer stritten sich darum bei wem wir mitfahren sollten...!

Wir machten einen kurzen Zwischenstop in Rivas, um Bankomat und Internet zu besuchen, und setzten uns dann in den naechsten Chickenbus gegen Sueden. Unglaublich holperig und staubig gings auf den Pazifik zu, und schlussendlich landeten wir in San Juan del Sur, einem kleinen und feinen Doerfchen an der Kueste.

Die Hitze zwang uns zu richtigen Siestas um die Mittagszeit. Und zu den hoellischen Temperaturen setzte auch noch die Regenzeit ein. Ein halbes Grad kuehler, dafuer etwa 30% mehr Luftfeuchtigkeit. Dazu kommen die unzaehligen Stromausfaelle, welche den schlaffen Ventilator dann halt auch noch zum stoppen bringen.

Das in ner Bucht gelegene Dorf bietet aber eine Atmosphaere, in der Verweilen nicht langweilig wird. Und so genossen wir die faulen Tage und lebten waehrend den kuehleren Naechten....

Zwei kurze Busfahrten brachten uns dann von dort aus an die Grenze zu Costa Rica. Da sich die zwei Laender nicht wirklich gut verstehen, ist der Grenzuebergang normalerweise muehsam. Wir hatten aber Glueck und mussten, Dank einem in Costa Rica lebenden Amerikaner, nicht einmal auf den Passstempel warten.

Montag, 21. Mai 2007

La isla de Ometepe

Eine grosse Faehre brachte uns in vier Stunden ueber den riesigen Nicaraguasee auf eine dessen 365 Inseln - die groesste namens Ometepe. Diese Insel beeindruckt schon aus der Ferne durch ihr aussehen - zwei riesige Vulkane sind mit einer duennen Landstrasse verbunden.




Nach der Ankunft gesellten wir uns zu den schon in Granada kennengelernten Mike (D) und Jerome (ein Romand) und stiegen in ner kargen Behausung ab. Dafuer war das Leben rund um das Zimmer umso interessanter - schnell schloss uns die Familie und Anhang ins Herz und bot uns ne wundervolle Zeit. Natuerlich aber waren unsere zwei neuen Weggefaehrten fuer die unzaehligen, unvergesslichen Erlebnisse verantwortlich.







Zuerst galt es, die Insel mit den gemieteten Fahrrads zu erkunden. Leider bei hoellischer Hitze und abartigen Strassen. Wir schafften es schweissueberstroemt auf die andere Inselhaelfte und guckten uns ein paar Pyroglyphen an. Auf dem Rueckweg statteten wir dem schoenen Strand Sto. Domingo einen Besuch ab.... doch der See ist dreckig und warm wie P..... Deshalb genossen wir die Abkuehlung in einem Pool einer Frischwasserquelle "Ojo de Agua".


An unserem dritten Tag auf der Insel bestiegen wir den hoeheren der zwei Vulkane - den 1610m hohen Conception. Fuer ueber 5h ging es meistens mehr als 45· den Berg hinauf, waehrend sich die Vegetation alle 100 Hoehenmeter veraenderte. Schlussendlich schafften wir es (jedenfalls teilweise) bis zuoberst zum Krater. Die Aussicht belohnte uns aber nicht - windig und kalt war es dort oben... brrrr. Und auf dem Rueckweg wollten die Oberschenkel kaum mehr - ich konnte sie noch ne Woche spaeter spueren.

Eigentlich wollten wir mit unserem Gepaeck am naechsten Tag auf die andere Inselhaelfte - doch es kam ganz anders. Einen Zwischenstop beim Ojo de Agua mussten wir unseren Koerpern ja noch goennen. Die zwei anderen Gefaehrten kamen ein Stuendchen spaeter an, mit Ihnen ein zweiter Romand namens Jerome (schon wieder....). Je spaeter es wurde, desto mehr gefiel es uns an diesem Oertchen, und so arrangierten wir uns mit den Lokalen und konnten die Nacht ueber in den Haengematten dort verbringen. Natuerlich musste alles organisiert werden - Food, Kerzen, Jasskarten, Bier und Rum. Und dann stieg die Party bis in die spaeten Stunden und wir konnten uns, wann immer wir wollten, an der Liane in das frische Wasser schwingen lassen. Und so beschlossen wir am naechsten Tag, noch eine Nacht mehr anzuhaengen.

Den andern drei wurde die Zeit etwas knapp, und so machten sie sich auf den Rueckweg, als wir uns im anderen Inselteil auf der Finca Magdalena niederliessen. Der zweite Vulkan wollte doch auch noch bezwungen werden! Dieser ist im Gegensatz zum anderen viel gruener - der erloschenen Krater vuellte sich mit einem kleinen See und die Jungelpflanzen und Tiere scheinen sich wohl zu fuehlen. Ein Glueck, dass er auch etwas weniger hoch ist!








Den letzten ganzen Tag verbrachten wir dann in Mayagalpa, dem groessten "Kaff" der Insel und trafen noch einmal auf die zwei Jeromes - auch ihnen ging es aehnlich, die Atmosphaere der Insel mit ihren schoenen Landschaften und ruhigen und freundlichen Bewohner laesst einem fast nicht mehr los. Auf jeden Fall ein Highlight unserer Reise!

Samstag, 19. Mai 2007

Leon und Granada

Leon war fuer uns leider nicht so spektakulaer wie Lonely Planet verspricht, vielleicht lag es einfach auch daran, dass die Stadt als heisseste in Nicaragua gilt. Trotzdem erkundeten wir die Stadt mit der groessten Kathedrale Lateinamerikas vor allem in den kuehleren Abendstunden, da Sarah leider immer noch unter Durchfall litt. Doch Leon hat neben seinen vielen wunderschoenen Kirchen auch ein lebendiger Markt und vor allem viel nicaraguanisches Leben zu bieten. Hier machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit den Pferdechaereli, die uns duch ganz Nicaragua begleiten werden. Nach zwei Tagen im ruhigen Leon ging mit Hilfe eines Formel-1 Taxifahrers zum Busbahnhof, wo wir dank einem Weitsprung mit Rucksack auf den Chicken-Bus nach Managua aufspringen. Aber ooooh weh, wir haben wohl nicht die offizielle Haupstrasse erwischt - mit 10km/h holpern wir durchs duerre Land. Wir fragen uns auf dem Weg oft, wie die Menschen hier ueberleben koennen mit ein paar Rindern, die oft auch noch als Zugtiere dienen.




Doch schlussendlich erreichten wir das chaotische Managua und stiegen dort auf einen schnellen Minibus nach Granada um. Nach einer sehr heissen Runde durch die wunderschoene koloniale Stadt fanden wir doch noch eine halbwegs bezahlbare Unterkunft in einem typischen Haus mit gruenem Innenhof. Der deutsche Besitzer erzaehlte uns, dass diese Haeuser oft gar nicht zu kaufen sind, da jede reiche Familie in Nicaragua mindesten ein Haus in Granada besitzt und dieses Stammhaus nie verkauft.



Auf unserem ersten Erkundungsspaziergang legten wir einen Rast auf der Plaza Central ein. Da leider der Tamarindensaft Peschus Durst nicht loeschen konnte, bestellt er einen gleichen Saft wie der am Nachbartisch. Ja nur verstand die liebe Senorita leider, dass er die Spezialitaet der Stadt essen moechte: "Vigoron" - vermantschte Yucca mit Chabis und frittierter Schweinshaut dekoriert, serviert auf dem Bananenblatt. Na, Ihr koennt Euch ja seine Begeisterung vorstellen! Doch zum Glueck kam die junge Jasmine (12 Jahre) vorbei und wollte uns Kaugummis verkaufen. Sie verschlang die Haelfte mit viel Genuss und den Rest packte sie ins Bananenblatt fuer spaeter.

Am naechsten Tag schnappten wir uns einen Minibus und liessen uns am Eingang zum Vulkan Masaya Nationalpark absetzen. Voller Enthusiasmus machten wir uns auf den 5 km (ein Klacks fuer uns?) Weg zum Krater des Vulkans. Im Visitor Center (nach 1.5km) legten wir einen Stop ein, um die Geschichte der Erde, verschieden Eruptionsarten von Vulkanen und einige uralte Tontoepfe zu bestaunen. In bruzelnder Hitze auf einer Teerstrasse inmitten von schwarzen Lavasteinen schnauften wir danach tropfend vor Schweiss die restlichen 3.5km zum Krater hinauf. Oben versicherte uns jeder wir seien "locos" - Spinner! Tja, aber das war ja noch nicht genug fuer uns, wir machten uns auch noch auf den 1-Stunden Rundweg um einen erloschenen Krater.

Der aktive Krater war uebrigens spektakulaer, es grummelte und polterte im Krater und zwischendurch musste man sich vor der giftigen Gaswolke in Sicherheit bringen die permanent aus dem Krater entwich und einem das Atmen verunmoeglichte. Nun waren wir weichgekocht um uns zum Autostoepplen zu entschliessen, aber oooh weh genau jetzt wurde eine Hoehlenfuehrung durchgefuehrt, woran sich wohl jeder Autofahrer auf diesem Vulkan beteiligte. Auso de haut, noch schnell eine kalte Cola light (the best ever!) trinken und schon waren wir wieder auf dem Rueckweg. Ohne zu uebertreiben mussten wir schlussendlich doch zugeben, dass diese Wanderung absolut "loco" war.

Als wir am anderen Tag, von der Hitze geplagt, unsere wohlverdiente Siesta im Innenhof des Hotels abhalten wollten, bekamen wir Gesellschaft vom Deutschen Mike, Californier Brian und dem welschen Schweizer Jerome und natuerlich 4 Flaschen mit kuehlem Bier. Mithilfe dieser Gesellschaft ueberlebten wir die heisseste Zeit des Tages..... und natuerlich mit plaudern, Erlebnisse austauschen, Kokosnuss ernten und knacken. Der Tag ging mit einem einem feinen Essen im Backbacker Hostel nebenan und viel doble Nica Libres zu Ende.