Leon und Granada
Leon war fuer uns leider nicht so spektakulaer wie Lonely Planet verspricht,
vielleicht lag es einfach auch daran, dass die Stadt als heisseste in Nicaragua gilt. Trotzdem erkundeten wir die Stadt mit der groessten Kathedrale Lateinamerikas vor allem in den kuehleren Abendstunden, da Sarah leider immer noch unter Durchfall litt. Doch Leon hat neben seinen vielen wunderschoenen Kirchen auch ein lebendiger Markt und vor allem viel nicaraguanisches Leben zu bieten. Hier machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit den Pferdechaereli, die uns duch ganz Nicaragua begleiten werden.
Nach zwei Tagen im ruhigen Leon ging mit Hilfe eines Formel-1 Taxifahrers zum Busbahnhof, wo wir dank einem Weitsprung mit Rucksack auf den Chicken-Bus nach Managua aufspringen. Aber ooooh weh, wir haben wohl nicht die offizielle Haupstrasse erwischt - mit 10km/h holpern wir durchs duerre Land. Wir fragen uns auf dem Weg oft, wie die Menschen hier ueberleben koennen mit ein paar Rindern, die oft auch noch als Zugtiere dienen. Doch schlussendlich erreichten wir das chaotische Managua und stiegen dort auf einen schnellen Minibus nach Granada um. Nach einer sehr heissen Runde durch die wunderschoene koloniale Stadt fanden wir doch noch eine halbwegs bezahlbare Unterkunft in einem typischen Haus mit gruenem Innenhof. Der deutsche Besitzer erzaehlte uns, dass diese Haeuser oft gar nicht zu kaufen sind, da jede reiche Familie in Nicaragua mindesten ein Haus in Granada besitzt und dieses Stammhaus nie verkauft.
Auf unserem ersten Erkundungsspaziergang legten wir einen Rast auf der Plaza Central ein. Da leider der Tamarindensaft Peschus Durst nicht loeschen konnte, bestellt er einen gleichen Saft
wie der am Nachbartisch. Ja nur verstand die liebe Senorita leider, dass er die Spezialitaet der Stadt essen moechte: "Vigoron" - vermantschte Yucca mit Chabis und frittierter Schweinshaut dekoriert, serviert auf dem Bananenblatt. Na, Ihr koennt Euch ja seine Begeisterung vorstellen! Doch zum Glueck kam die junge Jasmine (12 Jahre) vorbei und wollte uns Kaugummis verkaufen. Sie verschlang die Haelfte mit viel Genuss und den Rest packte sie ins Bananenblatt fuer spaeter. Am naechsten Tag schnappten wir uns einen Minibus und liessen uns am Eingang zum Vulkan Masaya Nationalpark absetzen. Voller Enthusiasmus machten wir uns auf den 5 km (ein Klacks
fuer uns?) Weg zum Krater des Vulkans. Im Visitor Center (nach 1.5km) legten wir einen Stop ein, um die Geschichte der Erde, verschieden Eruptionsarten von Vulkanen und einige uralte Tontoepfe zu bestaunen. In bruzelnder Hitze auf einer Teerstrasse inmitten von schwarzen Lavasteinen schnauften wir danach tropfend vor Schweiss die restlichen 3.5km zum Krater hinauf. Oben versicherte uns jeder wir seien "locos" - Spinner! Tja, aber das war ja
noch nicht genug fuer uns, wir machten uns auch noch auf den 1-Stunden Rundweg um einen erloschenen Krater. Der aktive Krater war uebrigens spektakulaer, es grummelte und polterte im Krater und
zwischendurch musste man sich vor der giftigen Gaswolke in Sicherheit bringen die permanent aus dem Krater entwich und einem das Atmen verunmoeglichte. Nun waren wir weichgekocht um uns zum Autostoepplen zu entschliessen, aber oooh weh genau jetzt wurde eine Hoehlenfuehrung durchgefuehrt, woran sich wohl jeder Autofahrer auf diesem Vulkan beteiligte. Auso de haut, noch schnell eine kalte Cola light (the best ever!) trinken und schon waren wir wieder auf dem Rueckweg. Ohne zu uebertreiben mussten wir schlussendlich doch zugeben, dass diese Wanderung absolut "loco" war.
Als wir am anderen Tag, von der Hitze geplagt, unsere wohlverdiente Siesta im Innenhof des Hotels abhalten wollten, bekamen wir Gesellschaft vom Deutschen Mike, Californier Brian und dem welschen Schweizer Jerome und natuerlich 4 Flaschen mit kuehlem Bier. Mithilfe dieser Gesellschaft ueberlebten wir die heisseste Zeit des Tages..... und natuerlich mit plaudern, Erlebnisse austauschen, Kokosnuss ernten und knacken. Der Tag ging mit einem einem feinen Essen im Backbacker Hostel nebenan und viel doble Nica Libres zu Ende.