... tja eben, das Italienerpaerchen Marco und Alessia und die Vertretung fuer Deutschland: Maja und Matthias reisten mit uns weiter!Erst organisierten wir einen Tag lang in Quito einen Kleinbus um in die Naehe der Laguna Quilatoa zum Bergdoerfli Chugchilan zu fahren. Schon die Reise dorthin war ein kleineres Abenteuer, erst mussten wir an einer Strassensperre eine halbe Stunde warten, weil stramme Rennradler die Strasse fuer sich beanspruchten und spaeter holperten wir durch Schlagloecher und kleine Baeche, entlang von kurvenreichen, steilabfallende Naturstrassen in Richtung Chugchilan.
Die Landschaft war einfach atemberaubend, die Vulkane Cotopaxi und die 2 Ilinizas prasentierten sich morgens ohne Wolken, was gemaess Einheimischen wie ein Gewinn in der Lotterie ist. Weiter in den Bergen wurden die Felder immer kleiner und steiler, die Huetten immer aermer und die Trachten immer farbenfroher. Nach viereinhalb holperigen Stunden erreichten wir Chugchilan und damit unser heimeliges Hospedaje.
Natuerlich war diese Fahrt noch nicht das Ende des Tages, der Huegel hinter dem Dorf mussten wir auch noch bezwingen. Das Doerfli selber, liegt auf ca. 3200m und nach einem keuchenden Aufstieg konnten wir mit der tiefstehenden Sonne eine Rundumsicht auf den riesigen Canyon und die wunderschoenen Berge geniessen. Die Felder zogen sich oft fast in vertikaler Lage die Haenge hinauf. Ueberall entlang vom Weg begegneten uns schwarze Schweine, Schafe, Lamas, Pferde und Esel.
Die Leute der Unterkunft sorgten sogar am Abend fuer Programm. Das gemuetliche Essen im kamingeheitzten Gesellschaftsraum wurde gefolgt von einer Tanzvorfuehrung der ganz Kleinen - die Maedels des Kaffs brachten ihre Trachtenroecke zu Folkloremusik zum Schwingen.

Am naechsten Tag versuchten wir, mit dem Bus zur Lagune zu gelangen. Nach einer Stunde Wartezeit entschieden wir uns dann fuer einen kostspieligen Taxitransport auf einem Pick-Up - hinten drauf am stehen. Kurz nach dem Abfahren sahen wir auch schon den Bus um die Ecke kommen :-( Die Fahrt brachte uns ueber unzaehlige Kurven bis nach Quilatoa auf 3800m. Wir spazierten zur Lagune und genossen im bissigen Wind die Aussicht auf das Wasser im Krater des verloschenen Vulkans. Ueber den
Rim wanderten wir auf die andere Seite, und dann fuer weitere 7h bis zurueck nach Chuchilan, alles durch die eindrueckliche Landschaft der ecuadorianischen Alpen. Auch das Wetter spielte mit, und so konnten wir den Wandertag in vollen Zuegen geniessen. Leider geht es aber in dieser Gegend nur steil auf oder ab, etwas anderes gibt's nicht.... welcome Muskelkater.
Eine Tagesreise spaeter landeten wir in Banos, einem kleinen Ort am Fusse des zur Zeit sehr aktiven Vulkan Tungurahua. Schon wieder war Wandern angesagt, und so schritten wir den Bergen entlang, bewunderten die Rauchwolken des Vulkans und liessen uns dann in einem der zahlreichen
Thermalbaeder die Muskeln entspannen. Doch das Wasser war so dreckig... wirklich entspannen konnten wir nicht.
Am naechsten Tag mietete unsere 6er-Gruppe Fahrraeder und wir liessen uns gegen das Amazonasbecken hinuntertragen. Ab und zu mussten wir auf der rasanten Abfahrt wieder ein Stop einlegen um einen der Wasserfaelle zu bewundern. Um die Schlucht zu ueberwinden, wurden an vielen Ort Seilbaehnli angebracht - genau in so einem mussten wir natuerlich fahren - juhuuuuuh!

Und weiter sausten wir, durch dunkle Tunnel und ueber holprige Naturstraessli, immer an der Kante des Abgrunds! Beim letzten Wasserfall goennten wir uns noch ein Bad im eiskalten Wasser - Peschu fand sogar noch ein Stein zum gumpen!!
Zurueck nach Banos tingelten wir mit dem "Happymobil" - ein umgebauter Pick-up mit Holzbaenken der in jedem Tunnel sein Partylicht und -sound aufdrehte...! Die Velos reisten natuerlich auf dem Dach mit!
Nach dem letzten geselligen Abend in Banos, trennten sich schlussendlich die Wege - wir reisten weiter nach Cuenca und mit uns viele, viele Einheimische...! Die Fahrt brachte uns ueber hoehe Berge und auch in den einsamsten Gegenden stiegen noch Menschen zu und
aus.
In Cuenca war erst mal relaxen angesagt - wir mussten uns von den ereignissreichen letzten Tagen erholen und unser Durchfall richtig auskurieren. Am Sonntag fuhren wir in 2 verschiedene Doerfli auf den Markt und konnten sogar den Cuy's (Meersaeuli) beim bruzeln zugucken!
Endlich konnten wir uns zur Weiterreise aufraffen. In Loja legten wir nach einer 10stuendigen Busfarhrt einen Zwischenstop ein und versorgten uns auf dem Markt mit den noetigen Accessoirs fuer die Reise in das Inkaland Peru, welche wir am naechsten Tag antraten.
Leider ist nun unser Galapagos Abenteuer schon vorbei, aber wir schauen auf unvergessliche 8 Tage zurueck! Der erste Tag startete schon frueh mit einem herzlichen Abschied von Mamma Olgita in Quito und Flug nach
Baltra (Galapagos). Der Flug war wunderschoen, da wir alle hohen Vulkane ueber den Wolken besichtigen konnten. Schon beim Anflug auf Baltra begruesste uns das tuerkisfarbige Meer und viele kleine Inseln. Nach einem ziemlichen
Gehetze zum Bus und einer 2 Stunden Fahrt ueber die Insel Santa Cruz erreichten wir endlich unser "Kloetzli", unser Zuhause fuer die naechsten 8 Tage, die Jacht "Spondylus"! An diesem Nachmittag besichtigen wir schon eines der bekanntesten Highlights der Inseln, die Riesenschildkroeten - die werden so gross, dass ein Kind darauf reiten koennte.
Nach der Erkundung einer natuerlichen Lavahoehle inklusive Kletterei konnten wir unser erstes
Super-Znacht an Bord geniessen. Unser Koch ueberraschte uns waerhrend der ganzen Reise mit leckeren Speisen und feinen Desserts! Wie ueblich navigierte das Schiff vor allem in der Nacht waehrend wir entweder das Leben auf dem Deck genossen und ab und zu ein Bierchen sueffelten und danach zum Wellengang in den Schlaf geschaukelt wurden...... wenn der Magen mitspielte, was bei uns aber meistens der Fall war.
In den folgenden 7 Tagen erforschten wir eine Insel nach der andern in folgender Reihenfolge (fuer Interessierte): Isla Floreana, Isla Española, Isla San Cristobal (bewohnt), Isla Santa Fe, wieder Santa Cruz, Isla North Seymour,Isla Genovesa, Isla Bartolome und Isla Santiago!
Wir hatten zudem ein Riesenglueck mit unseren Mitreisenden, alles sehr naturinteressierte und sehr faegige Leute. Da sich 10 Lehrer (Geographie, Vogelkundler, Science-teacher) unter uns befanden, hatte der Guide (der eine ziemliche Null war) einen sehr schweren Job. Doch trotz des
militarischen Tons von Fernando (Guide) liessen wir uns nicht stressen und genossen die verschiedenen Inseln in vollen Zuegen. Aus meiner Sicht hat jede Insel seinen eigenen Charakter - dies kommt wohl daher, dass auf jeder einzelnen Insel andere Pflanzen und Tierarten leben, die es nur dort gibt. Da waren Inseln mit weissen kahlen Baeumen, solche mit
Baumkakteen, eine Insel (Genovesa) mit einer Caldera (der eigentlich Vulkankrater ist mit Meer ueberschwemmt wie Santorin), die sonst bis auf einige Buesche ziemlich kahl war, Isla Santiago wo man noch die einzelnen Krater sehen kann und ueber ein riesengrosses Lavaplattenfeld spazieren kann... tja ihr seht ich koennte noch ewig so weiterschreiben - fact war, dass wir beide unsere Kameras wundgeschossen haben in Galapagos.
Wir durften zum Missmut von Peschu leider nicht mehr tauchen auf den Inseln, denn dies wurde zu ihrem Schutz verboten. Aber dafuer jeden Tag schnorcheln - wow war
das schoen und auch ziemlich kalt (Wassertemperatur zwischen 18 und 20 Grad ohne Wetsuit). Doch die Vielfalt der Fische und Meereslebewesen ueberraschte uns, von tropischen Fischen
ueber Meeresschildkroeten, Pinguinen, Seeloewen bis zu Weissspitzhaien schwimmt alles im klaren Wasser. Und wie viele sicher wissen, zeigen die Tiere keinerlei Scheu, weder an Wasser noch an Land. Ja wir mussten manchmal sogar aufpassen, dass wir nicht ueber einen Vogel, eine Echse oder einen Seeloewen stolperten. Einmal stupste ein vorwitziger Seeloewe sogar an Peschus Taucherbrille und blies ihm Luftblasen an.
Ja, der Abschied von diesen wunderschoenen Inseln und den super Mitreisenden fiel uns nach dieser unvergesslichen Reise schwer - aber wir mussten uns ja nicht von allen verabschieden....!
Schon der Flughafen in Quito erschien uns moderner als derjenige von Panama City. Und waehrend der ersten Busfahrt ins Stadtzentrum mochten wir unsere Meinung nicht revidieren - Quito ist zwar gross, aber macht einen wuderbar freundlichen Eindruck. Speziell die umliegenden Berge verhelfen der Stadt zu ihrem gewissen Flair. Der Bus setzte uns im Mariscal Sucre Viertel ab, wo die Touristenindustrie boomt. Und so war es auch ein Kinderspiel, ein gutes Hostel zu finden und uns fuers erste gemuetlich einzuquartieren. Wir verbrachten unsere ersten Tage in Quito erst mal mit Stadt auskundschaften und vor allem das Essen in den internationalen Restaurants geniessen. Von Chinesisch, Thai, Italienisch und sogar Mongolisch hat das Touristenviertel alles zu bieten. Und natuerlich genossen wir auch mal wieder das rege Nachtleben.I
n Quito kann man sehr viel erforschen, zum Beispiel fuhren wir mal in die wunderschoene Altstadt mit ihren renovierten Kolonialstilhaeusern. Da stiegen wir auf die Tuerme der groessten Kathedrale, die ich je gesehen habe. Der Aufstieg ist haarstraeubend - wir hatten doch gedacht, wir seien nicht
hoehenkrank, aber wenn man eine steile Leiter hinaufsteigen muss und zwischen den Sprossen 200m in die Tiefe sehen kann beschleicht einem doch ein mulmiges Gefuehl! Aber die Aussicht hat uns fuer die Strapazen blelohnt - Rundumsicht auf die ganze Stadt! Erst da sahen wir die ganze Ausbreitung der Stadt, welche sich schier ins Unendliche ausweitete. Weiter ging's, mal wieder kulturmaessig, in eine Kirche worin alles aus Gold besteht, gemaess Lonely Planet hatten die Erbauer 7 Tonnen (Platt-)gold verbaut. Wow! Zurueck fuhren wir mit einem superschnellen Trolleybus. Ein Tag danach machte Peschu zum Leidwesen seines selbst, den Vorschlag, den Orchideengarten zu besuchen. Ja ja immer diese Frauen, Sarah verbrachte sehr viel Zeit mit Blumen bewundern und Ihre Speicherkarte vom Foeteler fuellte sich immer mehr.
Am Freitag besuchten wir "la Mitad del Mundo" - den Aequator! Leider
empfanden wir das sehr touristische Monument nicht so speziell. Klar, es war genial zu begreifen, dass wir mit einem Bein auf der Nordhalbkugel- und mit dem andern auf der Suedhalbkugel standen. Doch danach fragten wir uns wieder mal durch und gelangen zum Museum IntiNain - da wo die GPS-gemessene 0-Linie durchlaeuft. Das Museum war wunderschoen angelegt und waehrend der Fuehrung wurde uns das Leben im Urwald naeher gebracht und die Herstellung eines Schrumpfkopfs erklaert - puuuh gruuuusig! Und natuerlich konnten wir verschiede Experimente machen und z.B. sehen, dass das Wasser auf der Suedhalbkugel im Uhrzeigersinn ablaeuft und auf der Nordhalbkugel im Gegenuhrzeigersinn, auf dem Aquator laeufts ohne Strudel ab! Zudem schaffte es Peschu, ein Ei auf einen Nagelkopf zu stellen - doch wir raetseln noch immer, ob das nicht auch sonst moeglich waere - probierts mal aus!!!
Anfangs Woche fing dann unser Schuelerleben an - wir begannen unser Spanischschule und zogen zu Mama Olga. Eine Familie zum gernhaben und wirklich mal wieder zuhausefuehlen. Seither sind wir fleissig am Spanisch bueffeln und das herzhafte Essen bei Olga geniessen.
Am Samstag wollten wir eigentlich den Vulkan Cotopaxi besuchen, aber leider vergass man uns zu sagen, dass der Treffpunkt in einem Kaffee und nicht im Tourbuero sei - somit verpassten wir
die Tour und verbrachten 1.5 Stunden mit warten! Da wir jedoch brav unsere Thermounterwaesche angezogen hatten, liessen wir uns in der Gondel "Teleferiquo" auf den nahen Berg Cruz Loma chauffieren (4100m). Die Aussicht war einfach unbeschreiblich - die Stadt ist noch groesser als wir gedacht haben und einen
Schneeberg konnten wir trotz Wolken sehen. Was natuerlich nicht fehlen durfte war unser Zmittag aus Ruchbrot und Greyerzer (ja ihr habt euch nicht verlesen... schmeckt leider wie aelterer Cheddarkaese) und Tony-Streichkaese - passte super zur schweizeraehnlichen Bergumgebung! Am Sonntag klappte unsere Tour doch noch und wir fuhren um 7.00 in Quito ab. Nach 3 Stunden Fahrt im Minibus erreichten wir den Nationalpark Cotopaxi. Vom Parkplatz aus mussten wir 300 Hoehenmeter bis zum Refugio (Berghuette)
ueberwinden - erstaunlicherweise schafften wir dies mit dem noetigen Rythmus ohne grosse Probleme
und konnten ein wohlverdientes Zmittag geniessen. Danach marschierten wir zum nahen Gletscher, der leider wegen den warmen Temparaturen am Steine spucken war und wir somit nicht bis zum Eis gehen konnten. Die Abfahrt mit den Bikes war der absolute Hoehepunkt des Tages - ca. 1 Stunde ueber Stock und Stein in der wohl atemberaubensten Berglandschaft unserer bisherigen Reise! Wow, hat das Spass gemacht...! Muede, aber sehr zufrieden kehrten wir nach Quito und einem feinen Abendessen bei Olga zurueck.
Die folgenden Tage liefen weniger spektakulaer ab, wir lernten weiterhin fleissig Spanisch und organisierten den Rest fuer unsere Galapagos-FERIEN! Wir waren mit der Spanischschule "Beraca" sehr zufrieden und machten dank unseren super Lehrerinnen grosse Fortschritte in Spanisch. Dank unseren fleissig gefuellten Hefte werden wir wohl auch in Zukunft dranbleiben koennen und hoffentlich einmal die gelernten Zeiten anwenden koennen! Jedenfalls haben wir auch sehr viel ueber Natur, Leben und Leute hier in Ecuador gelernt.