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Montag, 30. April 2007

Der Suedosten Guatemalas

Nach der letzten Nacht in Antigua lud uns ein Minivan auf und machte nach dem Schlottern in die Hauptstadt erst mal ne Stadtrundfahrt durch Guatemala City, denn die Mitreitenden mussten alle an einem anderen der vielzaehligen Busterminals ausgeladen werden. Als Letzte setzte uns der Fahrer in einem schaebigen Gebiet der Stadt ab und drueckte uns zwei Tickets in die Hand. Die Warterei ging los.... zuerst auf die Abfahrt des altertuemlichen Bus, dann auf der 7-stuendigen Fahrt in den Osten. Die Hitze war abartig, die Leute unfreundlich, die Gegend trocken und ein Unfall-Stau hielt uns auch noch fuer ne Stunde am selben Fleck. Doch das Schlimmste war unser Fahrer, der an jeder Ecke Leute auflud, bei jeder Gelegenheit durch den Bus bruellte, fuhr wie vom Affen gebissen und irgendwie sein eigenes Fahrkartenverkauf-System aufgebaut hatte - nicht wirklich beruhigend.
Beim Einnachte kamen wir in Rio Dulce an und liessen uns in einem hitzigen Bau mit Bett nieder. Jetzt mal auf ein Bier und nebenbei was habbern!

Trotz abartigem Durchfall (Sarah) und schlechter Laune (auch Sarah) erhoben wir uns aus unserem Gelaege und setzten uns in ein feines Restaurant (mit gutem WC, versteht sich) und liessen die Stunden vergehen. Bis am Nachmittag war alles fast wieder im Lot, und so wagten wir die Weiterreise - auf einem kleinen Boot den wunderschoenen Rio Dulce Fluss hinunter, vorbei an einem alten Schloss, teuren Villen mit noch teureren Yachten, Fischreihern, Kormoranen und Seerosen durch diese unglaublich schoene Landschaft. Nach zwei Stunden Schaukeln landeten wir in Livingston.

In Livingston weht ein anderer Wind. Die Eingebohrenen bilden ein Gemisch aus Ureinwohner, Latinos und Garifunas. Die letztgenannte Gruppe sind "Rastamen", welche von den Karibischen Inseln bei einem der kolonialen Kreuzzuege verjagt worden sind und dann in Guatemala landeten. Das Voelkergemisch fuerte zu einer unglaublich entspannten Atmosphaere in diesem Dorf und so machten wir auch nicht allzu viel - die meiste Zeit verbrachten wir in der Haengematte.

Auf einen Ausflug wagten wi uns dennoch und buchten eine Jungle-Tour, welche den ganzen Tag dauerte und uns durch die paar Eck-Pfeiler des Dorfes und anschliessend durch die Pflanzen- und Tierwelt des Jungels brachte, zuerst zu Fuss und dann in einem Kanu. Nach einer Mittags- und Badepause wanderten wir dem Strand entlang und dann ueber las siete altares, ein ueber 7 Terrassen fliessenden Bach hinauf. Der Bach war fast ausgetrocknet, doch die Pools waren voller Lebewesen und im obersten konnte sogar gebadet werden.

Am naechsten Tag reisten wir weiter nach Honduras.

Samstag, 14. April 2007

Nach unseren faulen Tagen in Flores entschlossen wir uns, endlich weiterzureisen. Leider waren wegen der Semana Santa (Ostern) alle Busse ausgebucht und wir mussten unsere Weiterreise doch noch einen halben Tag verschieben - auf eine Nachtfahrt! Eigentlich wollten wir am Tag fahren, um etwas vom Land zu sehen... aber fuer eine Nacht mehr in Flores koennen wir uns auch nicht ermutigen. Ausserdem bestaetigten uns alle Einheimischen, dass die Nachtfahrt sicherer sei als die durch den Tag, da Guatemala City um 7 Uhr morgens erreicht wird und nicht um 7 Uhr abends (wenns schon dunkel ist)! Unser Transport bis Antigua klappte hervorragend - in Guatemala City wurden wir trotz 3 Stunden Verspaetung nach kurzer Wartezeit in einen Minibus verladen und ins haerzige Antigua gefahren.



Am naechsten Tag mussten wir um 5 Uhr aus dem warmen Bett - denn die Hoehe rief. Nach ca. 2 Stunden Fahrt in einem Minivan wurde unser Grueppchen in einem Bergkaff ausgeladen. Von dort aus ging's zu Fuss weiter, bzw. die zwei fetten Amis wuchteten sich auf frisch gesattelte Pferde. Wir schnauften den Berg hinauf und genossen bei den paar Stops die wunderschoene Aussicht auf umliegende Vulkane. Irgendeinmal hoerte die Vegetation auf, und wir kaempften uns ueber das schwarze, bruechige Gestein weiter gegen oben, bis wir ca 50m unter dem quillenden Lavastrom des Vulkanes Pacaya standen, einer der vier noch aktiven Vulkane in Guatemala. Der Untergrund gab ne gute Bodenheitzung ab, da schon ein halber Meter unter unseren Fuessen das Gestein noch gluehte, wie wir durch die Spalten hindurch mit mulmigem Gefuehl erkennen konnten. Schlussendlich waren wir froh, als wir wieder bekannten Untergrund unter den nun dampfenden Solen hatten.
Ein Tag darauf waren wir schon wieder unterwegs und fuhren 3h noerdlich nach Panajachel. Dort hielt es uns aber nur eine Nacht, und am naechsten Morgen setzten wir uns in ein wackeliges Boetchen und liessen uns ueber den riesigen Lago Atitlan schaukeln - ein sich in einem schon lange erloschenen Krater gebildeten See. Auf der anderen Seite erwartete uns das sehr ruhige Doerfchen San Pedro. Ein paar Travelers sind wohl dort haengen geblieben und haben sich selbststaendig gemacht. Deshalb konnen wir die internationale Kueche geniessen und dann waehrend dem Schluerfen eines feinen Bodum-Kaffees ein Filmchen auf Grossleinwand anschauen. Durch den Tag hindurch gab es nicht viel zu tun, und so verbrachten wir die Zeit vor allem in unserer Haengematte.
Durch die hoegerige Vulkanlandschaft kurvten wir dann wieder nach Antigua zurueck, wo wir einen Zwischenstop einlegten, um dann in einem Tag via Guatemala City weiter nach Osten zu reisen.

Montag, 9. April 2007

Die ersten Tage in Guatemala



Die naechsten Tage verbrachten wir gemuetlich mit baedelen, Kanu fahren, gut essen, Reise planen und natuerlich das guatemaltekisch Bier degustieren!!! Unsere Bierleidenschaft teilten auch Bidu und Nicole aus der Schweiz, und wir verbrachen etliche lustige Abende zusammen.
Um uns fit zu halten, kaempften wir uns am zweiten Tag am andern Ufer des Sees entlang durch das dichte Unterholz zu einer Tierstation und standen schlussendlich wieder mal nicht am offiziellen Eingang. Aber wir wurden trotzdem freundlich herumgefuehrt und sahen Aras, Lory-Papageie, Affen und Tapire. Die Einrichtung paeppelt die von der Schmugglerpolizei beschlagnahmten Tiere auf und entlaesst sie dann wieder in die Freiheit. Wie wir erst spaeter erfuhren, war dieser Teil der Anlage gar nicht fuer Touristen geoeffnet, da sich die Tiere nicht an den Umgang mit Menschen gewoehnen sollten!



Am Samstag schrillte uns der Wecker um 3 Uhr frueh aus dem Bett... wir wollten den Sonnenaufgang in Tikal erleben. Deswegen stolperten wir mit einer Taschenlampe bewaffnet um 5 Uhr durch den stockdunklen Urwald zu einem der hoechsten Tempel. Leider machte uns jedoch das Wetter ein Strich durch die Rechnung - no sunrise, aber das Erwachen des Dschungels war trotzdem beeindruckend. Zuerst machten sich einige Gruppen Bruellaffen (hoeren sich an wie Loewen) bemerkbar und bald mischen sich unzaehlige Vogelstimmen ins Morgenkonzert. Unser Guide vermittelte uns sehr viele Fakten ueber Tiere, Pflanzen und die Welt der Mayas. Wir sahen sogar eine Gruppe Affen! Die Rundsicht auf den Tempeln war ueberwaeltigend, man konnte meilenweit ueber den Urwald sehen. Doch der Abstieg hats dann auch in sich, zum Glueck liessen wir die hohen "Stoegelischue" zu Hause.




Wir wanderten 6 Stunden durch die Anlage und erfuhren spaeter, dass es sich hierbei nur um 2% des Ausmasses handelte! Es wird vermutet, dass Tikal zur Bluetezeit 200 000 Einwohner zaehlte - wow! Leider kann der Rest der Ruinen nur schwer ausgegraben werden, da der Dschungel einfach zu viel ueberwachsen hat und alles sehr schnell wieder zuewaechst.





Spaeter liessen wir vier es uns bei Toastbrot, Kaese, Thon und Essiggurken gut gehen, fuellten beim letzten Tempel unsere knurrenden Maegen.