Dienstag, 11. September 2007

Nazca und Arequipa

Wir verabschiedeten uns von Huaraz und nahmen ne gemuetliche Nachtfahrt auf uns. Am Morgen frueh erreichten wir Lima, die Hauptstadt Perus. Dort wollten wir aber nicht bleiben.... wir wechselten den Bus und waren kurze Zeit spaeter unterwegs durch die anscheinen unendliche Sandwueste entlang der Kueste von Peru. In Pisco und Ica sahen wir durch die Busfenster hindurch die abartige Zerstoerung durch das gewaltige Erdbeben. Obschon es schon zwei Wochen her war, standen einige Personen immer noch vom Schock gezeichnet in den paar Haeufchen Ziegelsteine, die von ihrem Haus uebriggeblieben waren.

Wir erreichten Nazca am spaeten Nachmittag und kuemmerten uns natuerlich gleich um einen Flug ueber die beruehmten Linien in der Gegend, welchen Erich von Daeniken, ein Buch und natuerlich seine Theorien gewidmet hat. Und so fanden wir uns am naechsten Tag in aller Herrgottsfruehe in einem Fernsehraum wieder, wo uns ein Filmli ueber die Figuren in der Flachen Wueste gezeigt wurde; von der Entstehung vor ca. 2500 Jahren, ueber Tatsachen der damaligen Kultur bis zu den verschiedenen Theorien ueber das Wieso? Vom gescheiterten Mistery-Park war aber nicht die Rede....
Kurz spaeter sassen wir in einem schnuckeligen 4-Plaetzer und stiegen rumpelnd in den Himmel, um wahrend dem 8i-bahnmaessigen Flug die Figuren selbst zu bewundern und natuerlich zu foetelen, waehrend der Pilot und immer wieder helfen musste, die Figuren im Wirrwarr der anderen Linien zu finden.
Zum Glueck nahmen wir das Zmorge erst nach dem Flug zu uns...! Spaeter machten wir es uns in Nazca gemuetlich und schlenderten in den Strassen umher, bewunderten den Park mit der 2km hohen Sandduene im Hintergrund, assen fein und setzten uns dann schon wieder in einen Bus - die naechste Nachtfahrt stand an.

Hier in Peru sind die Fahrten in den Bussen wider Erwarten ganz gemuetlich... halbe Liegewagen mit TVs und sogar Food-service. Also kamen wir auch einigermassen erholt in Arequipa an. Dort suchten wir uns ein gemuetliches Hostel und gingen es vorerst mal ruhig an - wir hatten ja Zeit. Waehrend zwei Wochen lernten wir das Leben in der Stadt kennen. Wir besuchten das lebendige Marktviertel, sassen an der Sonne auf der gemuetlichen Plaza de Armas und entdeckten immer wieder versteckte Winkel und Ecken...! Es sind vor allem die kolonialen Gebaeude mit ihren gemuetlichen Innengaerten und all die immensen weissen Kirchen aus Vulkangestein, die der Stadt ihren Charm verleihen. Aus diesem Grund wird es einem in Arequipa nur schwerlich langweilig - dazu kommt, dass die Berge und der Vulkan Misti im Hintergrund ein herrliches Fotopanorama abgeben.

In einem ganzen "Block" ist das Monestario Santa Catalina untergebracht, ein Nonnenkloster. Heute beten die Nonnen nur noch in einem kleinen Teil der Struktur, der Rest ist der Oeffentlichkeit zugaenglich. So stolperten wir einen ganzen Tag in dem riesigen Komplex umher und fanden ueberall wieder neue Wandmalereien, Nischen mit alten Artefakten, Kuechen mit Steinbackoefen und gemuetliche Zimmer, wenn auch mit harten Nester.



Natuerlich besuchten wir auch das Museum Santury, welches den Mumien von ein paar vor 500 Jahren umgekommenen Maedchen gewidmet wurde. Diese 12-14jaehrigen Jungfrauen wurden damals geopfert, um die Vulkane in der Gegend zu besaenftigen. Da sie waehrend der ganzen Zeit im Eis eingeschlossen waren, sind sie noch in erstaunlich gutem Zustand. Die in den Graebern gefundenen Sachen geben Aufschluss darauf, wie die Leute in dieser Zeit gelebt haben.

Die Restis werden wohl vorwiegend von den Abgaengern der lokalen Kochschule (2 Tueren neben unserem Hostal) bekocht - die Stadt bietet einen kulinarischen Hoehepunkt. Und so wundert es sich auch nicht, dass wir unser Fett wieder ein Wenig abbauen wollten - wir buchten einen Trek in einen der tiefsten Canyons der Welt - den Colca Canyon. Waehrend vier Tagen tschumpelten wir durch diese eindrueckliche Landschaft den Eseli-Wegen entlang. Wir schliefen zum Teil auf Steinbetten, setzten uns auf Freiluft-WC's mit Talsicht und Einsicht und liessen uns von unserem super Guide Miguel ueber die Pflanzen der Gegend informieren. Was uns sehr beeindruckte war die Lebensweise der Einheimischen - die einmal pro Woche den 6stundigen Weg zum naechsen Dorf zuruecklegen muessen um Nahrungsmittel zu kaufen. Denn im Cañon werden neben Kaktuslaeusen (die aus denen Lippenstift hergestellt wird) noch ein bisschen Mais und Getreide angebaut, mehr nicht....! Wie man es sich vorstellen kann, ging es fast ausschliesslich bergauf oder -ab, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass wir uns einen ziemlichen Muskelkater holten.

Der letzte Tag der Tour fuerhte uns ans Cruz del Condor, wo die riesigen Voegel in der Fruehe ihre Runden drehen. Eindruecklich! Auch die riesigen Horden von Kurzhoeseler-und-Fettraenzeler-Touris mit den grossen Kameras um den Hals auf den Eintagestouren beeindruckten uns, doch wir waren so auf der Schnauze, dass wir uns nicht einmal mehr aufregen konnten.

Nach zwei zusaetlichen Tagen Erholung in Arequipa reisten wir weiter, nach Cuzco.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Wenn ich mir so die Bilder anschaue, muss ich schon sagen: arbeiten ist retro!

Dann geh ich jetzt mal als Mittel zum Zweck in die Grube.

Gruss.