Freitag, 13. Juli 2007

Quito

Schon der Flughafen in Quito erschien uns moderner als derjenige von Panama City. Und waehrend der ersten Busfahrt ins Stadtzentrum mochten wir unsere Meinung nicht revidieren - Quito ist zwar gross, aber macht einen wuderbar freundlichen Eindruck. Speziell die umliegenden Berge verhelfen der Stadt zu ihrem gewissen Flair. Der Bus setzte uns im Mariscal Sucre Viertel ab, wo die Touristenindustrie boomt. Und so war es auch ein Kinderspiel, ein gutes Hostel zu finden und uns fuers erste gemuetlich einzuquartieren. Wir verbrachten unsere ersten Tage in Quito erst mal mit Stadt auskundschaften und vor allem das Essen in den internationalen Restaurants geniessen. Von Chinesisch, Thai, Italienisch und sogar Mongolisch hat das Touristenviertel alles zu bieten. Und natuerlich genossen wir auch mal wieder das rege Nachtleben.

In Quito kann man sehr viel erforschen, zum Beispiel fuhren wir mal in die wunderschoene Altstadt mit ihren renovierten Kolonialstilhaeusern. Da stiegen wir auf die Tuerme der groessten Kathedrale, die ich je gesehen habe. Der Aufstieg ist haarstraeubend - wir hatten doch gedacht, wir seien nicht hoehenkrank, aber wenn man eine steile Leiter hinaufsteigen muss und zwischen den Sprossen 200m in die Tiefe sehen kann beschleicht einem doch ein mulmiges Gefuehl! Aber die Aussicht hat uns fuer die Strapazen blelohnt - Rundumsicht auf die ganze Stadt! Erst da sahen wir die ganze Ausbreitung der Stadt, welche sich schier ins Unendliche ausweitete. Weiter ging's, mal wieder kulturmaessig, in eine Kirche worin alles aus Gold besteht, gemaess Lonely Planet hatten die Erbauer 7 Tonnen (Platt-)gold verbaut. Wow!

Zurueck fuhren wir mit einem superschnellen Trolleybus. Ein Tag danach machte Peschu zum Leidwesen seines selbst, den Vorschlag, den Orchideengarten zu besuchen. Ja ja immer diese Frauen, Sarah verbrachte sehr viel Zeit mit Blumen bewundern und Ihre Speicherkarte vom Foeteler fuellte sich immer mehr.

Am Freitag besuchten wir "la Mitad del Mundo" - den Aequator! Leider empfanden wir das sehr touristische Monument nicht so speziell. Klar, es war genial zu begreifen, dass wir mit einem Bein auf der Nordhalbkugel- und mit dem andern auf der Suedhalbkugel standen. Doch danach fragten wir uns wieder mal durch und gelangen zum Museum IntiNain - da wo die GPS-gemessene 0-Linie durchlaeuft. Das Museum war wunderschoen angelegt und waehrend der Fuehrung wurde uns das Leben im Urwald naeher gebracht und die Herstellung eines Schrumpfkopfs erklaert - puuuh gruuuusig! Und natuerlich konnten wir verschiede Experimente machen und z.B. sehen, dass das Wasser auf der Suedhalbkugel im Uhrzeigersinn ablaeuft und auf der Nordhalbkugel im Gegenuhrzeigersinn, auf dem Aquator laeufts ohne Strudel ab! Zudem schaffte es Peschu, ein Ei auf einen Nagelkopf zu stellen - doch wir raetseln noch immer, ob das nicht auch sonst moeglich waere - probierts mal aus!!!

Anfangs Woche fing dann unser Schuelerleben an - wir begannen unser Spanischschule und zogen zu Mama Olga. Eine Familie zum gernhaben und wirklich mal wieder zuhausefuehlen. Seither sind wir fleissig am Spanisch bueffeln und das herzhafte Essen bei Olga geniessen.



Am Samstag wollten wir eigentlich den Vulkan Cotopaxi besuchen, aber leider vergass man uns zu sagen, dass der Treff
punkt in einem Kaffee und nicht im Tourbuero sei - somit verpassten wir die Tour und verbrachten 1.5 Stunden mit warten! Da wir jedoch brav unsere Thermounterwaesche angezogen hatten, liessen wir uns in der Gondel "Teleferiquo" auf den nahen Berg Cruz Loma chauffieren (4100m). Die Aussicht war einfach unbeschreiblich - die Stadt ist noch groesser als wir gedacht haben und einen Schneeberg konnten wir trotz Wolken sehen. Was natuerlich nicht fehlen durfte war unser Zmittag aus Ruchbrot und Greyerzer (ja ihr habt euch nicht verlesen... schmeckt leider wie aelterer Cheddarkaese) und Tony-Streichkaese - passte super zur schweizeraehnlichen Bergumgebung!


Am Sonntag klappte unsere Tour doch noch und wir fuhren um 7.00 in Quito ab. Nach 3 Stunden Fahrt im Minibus erreichten wir den Nationalpark Cotopaxi. Vom Parkplatz aus mussten wir 300 Hoehenmeter bis zum Refugio (Berghuette) ueberwinden - erstaunlicherweise schafften wir dies mit dem noetigen Rythmus ohne grosse Probleme und konnten ein wohlverdientes Zmittag geniessen. Danach marschierten wir zum nahen Gletscher, der leider wegen den warmen Temparaturen am Steine spucken war und wir somit nicht bis zum Eis gehen konnten. Die Abfahrt mit den Bikes war der absolute Hoehepunkt des Tages - ca. 1 Stunde ueber Stock und Stein in der wohl atemberaubensten Berglandschaft unserer bisherigen Reise! Wow, hat das Spass gemacht...! Muede, aber sehr zufrieden kehrten wir nach Quito und einem feinen Abendessen bei Olga zurueck.

Die folgenden Tage liefen weniger spektakulaer ab, wir lernten weiterhin fleissig Spanisch und organisierten den Rest fuer unsere Galapagos-FERIEN! Wir waren mit der Spanischschule "Beraca" sehr zufrieden und machten dank unseren super Lehrerinnen grosse Fortschritte in Spanisch. Dank unseren fleissig gefuellten Hefte werden wir wohl auch in Zukunft dranbleiben koennen und hoffentlich einmal die gelernten Zeiten anwenden koennen! Jedenfalls haben wir auch sehr viel ueber Natur, Leben und Leute hier in Ecuador gelernt.


3 Kommentare:

Habi hat gesagt…

also das mit dem wasser glaub ich fast nicht. ich hab gemeint, das spielt keine rolle, ob mensch auf der nord- oder südhalbkugel ist. muss das experiment wohl mal selber durchführen :-)

Fabian hat gesagt…

Links- oder Rechtsdrehung des Strudel ist wohl eher zufällig (oder kann durch die Form des Abflusses beeinflusst werden). Das Wasser bewegt sich sehr viel schneller durch den Abfluss als sich die Erde bewegt und so ist die Wirkung der Corioliskraft, welche sowieso sehr klein ist, nicht bemerkbar. Bei Versuche unter Laborbedingen (ideale Formen, minimale Reibung und sehr kleine Geschwindigkeiten) und bei dem Wolken lässt es sich dieses Phänomen jedoch beobachten.
Da ich kein Physiker bin,lasse ich mich an dieser Stelle nicht mehr aus...

Steffu hat gesagt…

Hallo zaeme,
Ich moechte am liebsten weiter hier in Suedamerika rumreisen... seis, nach Norden in Eure Region oder in den Sueden Richtung Argentinien.
Ich war gestern auf dem Macchu Pichu und werd mich morgen nach Bolivien durchschlagen.
Schreibt mir, sobald ihr in die Region von Cuzco kommt, ich hab da noch ein paar Tips fuer die Trekks.
Bis bald
Euer Rentsch